Wenn zwei bekannte Schauspieler in einem Thriller mitspielen, erwartet man ein gutes Drehbuch. So ist es auch bei dem Thriller #Colonia Dignidad, welcher vor kurzem auf ProSieben ausgestrahlt wurde: der Film fesselte den Zuschauer regelrecht und ließ ihn erschrocken zurück. Dabei dürfte der Namen vielen bekannt vorkommen.

Eine Sekte in Chile

Weltweit bekannt wurde diese #Sekte aufgrund ihrer Menschenrechtsverletzungen, die ab dem Jahre 1973 begangen wurden. Denn unter größter Geheimhaltung wurden Chilenen nicht nur als Zwangsarbeiter eingesetzt sondern auch als medizinische Versuchspersonen gefoltert. Der Skandal daran ist auch besonders für die Deutschen groß.

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Denn der deutsche Paul Schäfer gründete im Jahre 1961 diese Kolonie in Chile, nachdem er davon sprach, dass die Russen in Deutschland die Macht an sich reißen würden.

Die Misshandlungen machten auch vor Kindern nicht halt

Mittlerweile ist auch bekannt, dass zahlreiche Jugendliche dem Einfluss von Medikamenten ausgesetzt wurden, um sie "gefügig" zu machen. Von mehrfacher Vergewaltigung ist die Rede und von Zwangsausreisen aus Deutschland, Kinder die ihre Familien verlassen mussten und nicht zurückkehren durften.

Warum schaute jeder weg?

Erst 1991 löste die chilenische Regierung die Kolonie formell auf, der Gründer tauchte unter. Viele Jahre später begannen die Prozesse gegen die Kolonie und ihre Leiter. Der Gründer Paul Schäfer verstarb im Jahre 2010. Viele weitere Schuldige kamen ungeschoren davon.

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Auch im Jahre 2017 laufen Prozesse. Die Opfer enthielten kaum Entschädigungen und haben auch heute noch mit den Konsequenzen zu kämpfen. Denn jahrelange Folter geht nicht spurlos vorbei.

Was ist Film, was ist Fiktion?

Der Thriller behandelt einige dieser Themen, doch wird zuviel an Action und und eine Liebesstory eingebracht. Natürlich ist es keine Dokumentation, doch im Kern werden hier sehr gut die grausamen Geschehnisse der Kolonie aufgezeigt. Nach dem missglückten Militärputsch wurden zahlreiche Chilenen inhaftiert, wer fliehen wollte, wurde doppelt so hart bestraft. Der Kontakt zu dem politischen System hätte mehr hervorgehoben werden können.

Die Kolonie wird auch heute noch bewohnt, und zwar von Tätern wie Opfern gleichermaßen. Mittlerweile hat sie eine traurige Berühmtheit erlangt, Menschen zahlen Eintritt um diesen Ort zu sehen, wo Kindern unter anderem keine Schule erlaubt oder der nähere Kontakt zu Frauen untersagt war. #Grausamkeit