Vor ein paar Wochen hat der russische Präsident die Verbrechen Lenins und Stalins, zum ersten Mal ohne wenn und aber verurteilt. Zur gleichen Zeit, zum vierzigsten Jahrestag eines der schlimmsten Ereignisse der 1970er, wurde an die zynische Haltung der Neostalinisten einer menschlichen Tragödie von internationalem Ausmaß gegenüber, erinnert. Der Titel der Fernsehserie: Гостиница Россия.

Das Hotel stand symbolisch dafür was in der Sowjetunion am besten und am schlimmsten war

Dies wurde in der Handlung des Films auf eine geradezu geniale Art und Weise berücksichtigt. Wir schreiben das Jahr 1976. Die Erfinder-Revolte beginnt die Welt zu verändern.

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Die Sowjetunion verändert sich kaum zum besseren. Das Hotel Rossija ist das Hotel Nummer eins des größten Staates in der Welt.

Ksenja ist eine Angestellte der Rossija Hotelabteilung. Sie ist verantwortlich für den Empfang und den komfortablen Aufenthalt der besonders wichtigen Gäste, dem sogenannten roten Adel und hochrangiger Ausländer. Das Hotel ist eine ganz andere Welt, von der sowjetischen Realität von damals, durch mangelnde Versorgung mit fast allen Waren gekennzeichnet, weit entfernt. Man hat das Geld; der Kommunismus hat der Bevölkerung die Vollbeschäftigung gesichert, anderseits aber muss man vor leeren Regalen Schlange stehen. Im Gegensatz dazu haben die Gäste und Angestellten des Hotels Nummer eins keine Versorgungsprobleme.

Zugleich aber ist das Hotel ein Spionennest, wo die Geheimdienste der Sowjetunion jedes Wort und jede Bewegung zu überwachen versuchen.

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Dort werden die Agenten angeworben, Staatsstreiche und Bürgerkriege vorbereitet. Diese Welt lebt nach ihren eigenen Gesetzen, es ist unmöglich, einfach von der Straße aus hineinzukommen. Holen Sie sich einen Job im Hotel und bleiben Sie dabei — das gilt als großer Erfolg und benötigt harte Arbeit.

Die Geheimpolizei Breschnews: Auch ein paar vernünftige Leute waren dabei

In dem Hotel Rossija können die KGB-Leute, mit der westlichen Währung ausgestattet, den Atem eines anderen Lebens fühlen: luxuriös, unbekannt, attraktiv. Sie haben, wie bereits erwähnt, wichtige Aufgaben in dem Gebäude. Allmählich beginnen manche von ihnen zu bemerken, wie hier, in unmittelbarer Nähe des Kremls, der verborgene Machtkampf tobt und wie auch sie selbst, vor denen die Anderen aus Angst beben, unfrei sind. Dies geschickt und überzeugend zu zeigen ist die große Kunst der Schauspieler und Drehbuchautoren.

Die rücksichtlosen Macher wurden gewarnt

Eines Tages kommt ein Offizier der Feuerwehr, um die Feuersicherheit des wichtigen Objekts zu prüfen.

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Der Leutnant Pyschka ist ein russischer Held; er wurde bei einer Rettungsaktion während des Grossbrandes schwer verletzt und seitdem ist er ein Behinderter. Der makellos ehrliche Mann stellt zu seinem Entsetzen fest, dass Standards für die Elektro-, Sicherheits- und Brandschutzsysteme unter dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestmaß gehalten sind.

Dann kommt der Tag der Abrechnung

Er versucht die Staatsführung zu warnen und die Entscheidung zur Schliessung des riesenhaften Hotels, das sich als ein Machwerk der maßlos ehrgeizigen und faulen Parteifunktionäre erwiesen hat, durchzusetzen. Vergeblich, da in den Hotelzimmern die Vorbereitungen zu einigen blutigen Revolutionen in vollem Gange sind. Bald beginnt die Brandkatastrophe. Der Heldenmut der Ksenja, der Feuerwehrleute und mancher KGB-Leute, aber auch die Gemeinheit der Parteibosse werden in Erscheinung treten.

Die schnell wachsende Leistungsfähigkeit der russischen Filmemacher

Der #film wurde mit einem Höchstmaß an verfügbarer, äußerst realistischer Tricktechnologie verwirklicht. Die Welt der 1970er und der Großbrand wurden fabelhaft nachgebildet. Der Film ist für alle Kinoliebhaber, die über russische Sprachkenntnisse verfügen, durchaus empfehlenswert. #Geschichte #Russland