Die Außenpolitik der Europäischen Union sieht zumindest "auf dem Papier" recht gut aus. Hierbei geht es nämlich um Diplomatie, Sicherheit und der Hilfe von Armen und Schwachen. Durch das Bündnis sind die heute 28 Mitgliedsstaaten nämlich viel stärker, als wenn Sie versuchen würden, ihre Vorhaben alleine umzusetzen. So weit, so logisch, so gut. Die Außenpolitik sieht vor, Frieden in kriegsträchtige Gebiete zu bringen, und Länder zu unterstützen, die gerade dabei sind, Ihre Demokratisierung einzuleiten oder sich einfach generell von Diktaturen und anderen Schreckensherrschaften zu befreien.

Dagegen kann man nichts sagen. Trotzdem frage ich mich, ob es unbedingt unsere Pflicht ist, die Entwicklungsprozesse anderer Länder, die noch Jahrzehnte benötigen, krampfhaft zu beschleunigen. Auf der anderen Seite wäre allerdings auch der gesamte Weltfrieden gefährdet, wenn wir uns einfach zurücklehnen und zugucken würden, die Unschuldige im Kampf um Ihre Freiheit in Massen sterben. Es ist hier allerdings wichtig, nachhaltige Hilfe zu leisten, und die Menschen (beispielsweise im Nahen Osten oder auf der Krim) nicht nur bei der Absetzung der Diktatur zu unterstützen, sondern Ihnen zu zeigen, wie Demokratie funktioniert, und sie dann wählen zu lassen, ob sie wirklich zu diesem Schritt bereit sind.

Ein großes Problem habe ich allerdings mit der Flüchtlingspolitik der EU: Es kann doch nicht sein, dass ein Flüchtlingsboot vor Lampedusa untergeht, viele Menschen sterben, und sich keiner für sie verantwortlich fühlt oder fühlen möchte. Das ist einfach unmenschlich. Die Europäer haben lange Zeit von der Ausbeutung Afrikas profitiert (das tun sie in gewissem Maße bis heute), also wäre es ihre Pflicht, die Situation in den betreffenden afrikanischen Ländern so zu stärken, dass Flüchtlinge keinen Ansporn mehr haben, nach Europa übersiedeln zu wollen! Das sind wir ihnen meines Erachtens schuldig. #Europäische Union