An sich kann ich das Gemecker nicht mehr hören - seitdem der Euro vor 14 Jahren zu dem Zahlungsmittel Europas schlechthin wurde (mit wenigen Ausnahmen) beklagen sich viele Deutsche immer dann, wenn es angebracht ist (oder auch weniger angebracht ist) über den Euro, und wie er "unsere Wirtschaft kaputt macht".

Ja, früher sei alles besser gewesen, die stabile Mark hatte sich ihren Platz gesichert und stand für ein gutes Wirtschaftsklima. Der Euro, manchmal auch als "Teuro" von der Boulevardpresse lächerlich gemacht, ist irgendwie Beides - gut und schlecht zugleich. Natürlich ist es schön, nicht immer Geld wechseln gehen zu müssen, wenn man in den Spanienurlaub fährt. Man hat eine "Währung", irgendwie damit auch einen gemeinsamen Nenner. Man muss nicht mehr umrechnen, ob 1200 Peseten für ein Shampoo in Deutschland zu teuer wären oder nicht. Aber der Euro täuscht uns auch: Wer hätte vor 20 Jahren beispielsweise schon 8 DM für einen Kaffeedrink in einer dieser so angesagten amerikanischen Kaffeeketten ausgegeben? Vier Euro sind natürlich kein Problem. Man soll ja auch nicht der "ewige Umrechner" sein, aber ich habe durchaus Menschen in meinem Bekanntenkreis, die das immer noch tun. Sie überlegen, ob Sie denselben Betrag in DM ausgegeben hätten, und wenn nicht, kaufen sie das Produkt einfach nicht. So einfach ist es - oder auch nicht. Oft hat man nämlich das dumpfe Gefühl, dass die Löhne stagnieren oder sogar fallen, während die Preise sich verdoppelt haben. Ich bin kein Wirtschaftsexperte, doch spätestens ab Monatsmitte gibt mir mein Geldbeutel recht. Bestimmte europäische Länder wie die Schweiz oder England wollten dem Club der Gleichwährung nicht beitreten, und oft scheint mir: zurecht. Ob der Euro wirklich eine gute Idee war? Ich weiß es nicht. Allerdings gibt er uns Europäern auch ein gemeinsames Stück Identität, das wir unbedingt brauchen, um den Frieden auf unserem Kontinenten zu stärken und zu wahren. #Europäische Union