Ich weiß, dass es Gebiete gibt, in denen man das Wort "EU" nur sagen muss, und der Tag für alle gelaufen ist. In diesen Gebieten Deutschlands ist die EU fast zu einem Schimpfwort geworden. Getreu dem Motto "Die da oben sind Schuld" wobei an sich nie ein Mensch weiß, wer "die da oben" sind, wird verbal draufgehauen, bis das Blutdruckmessgerät den Geist aufgibt oder man sich der verbalen Abholzung der Bundesregierung widmet. Doch ist die EU wirklich so schlecht wie ihr Ruf? Ich sage: nein.

Ich glaube wir Jüngeren kennen das Elend des 2. Weltkrieges (und jenes, das dem Krieg voran ging) nur aus dem Geschichtsunterricht und können es uns sicherlich nicht so vorstellen, wie es war. Aber Fakt ist, dass Kriege in Europa früher etwas waren, womit man ständig rechnen MUSSTE. Die Länder regulierten sich komplett selbst, und anscheinend brachte dies nichts weiter, als stärkeren Nationalismus und Abgrenzung von den übrigen Ländern Europas - sei es nun physisch, ideologisch oder kulturell. Wen man nicht so richtig kennt, denn kann man auch leichter hassen und bekämpfen, denn wir können unsere gesamte Frustration auf einen imaginären Feind richten, denn es unter Umständen in dieser Form gar nicht gibt. Dies wusste nicht nur Adolf Hitler gut auszunutzen.

Meiner Meinung nach ist der größte Verdienst der EU, dass sie uns als Europäer zusammengebracht hat, sie hat Europa "greifbar" gemacht. Sie hat uns gezeigt, wie ähnlich wir uns doch trotz der vielen Unterschiede in Wahrheit sind. Sie hat uns gezeigt, dass wir nicht nur Deutsche, sondern auch Europäer sind. Und das wir aus diesem Gut schöpfen sollten, indem wir die geöffneten Grenzen nutzen. Indem wir versuchen zu verstehen, wie "der andere tickt", ohne im Zweifelsfall immer gleich zu verurteilen. Die EU gibt uns außerdem die Sicherheit, dass es für jeden, der versucht die "Oberhand" zu bekommen und wieder einen Krieg anzuzetteln, nicht leicht wird. Und dafür, zumindest dafür, sollten wir ihr wirklich dankbar sein. #Europäische Union