Jedes Mal zur Wahlzeit gibt es zumindest eine oder zwei Parteien, die versuchen, die Deutschen mit Sprüchen á la "Weg mit dem Euro - wir bringen die Mark zurück" auf ihre Seite zu ziehen. Nachdem Deutschland viel Geld nach Griechenland, Spanien und Italien fließen lies, um den europäischen Frieden zu wahren, sind die Deutschen für solche Parolen meiner Meinung nach anfälliger denn je. Groß war das Geschrei, als klar wurde, dass Deutschland den großen "Schuldentilger" spielen und seinen Lieblingsurlaubsländern finanziell unter die Armen greifen würde. Aber: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.

Die EU macht täglich viele Dinge. Dinge die mir einleuchten, und Dinge die ich nicht verstehe. Aber sie ist nicht der Sündenbock für alles, was in Deutschland schiefläuft. Nehmen wir beispielsweise einmal die Agrarsubventionen, die Bauern zukommen, die wir an sich nicht mehr brauchen. Ihre Höfe werden künstlich am Leben gehalten, und dadurch gibt es eine schreckliche Überproduktion an landwirtschaftlichen Erzeugnissen, die dann vernichtet wird. Tagtäglich. Während anderswo, nur wenige Hunderte Kilometer weiter Menschen verhungern. Warum die EU so etwas fördert werde ich zum Beispiel nie verstehen. Es gibt genug, doch die, die es wirklich brauchen, kriegen es nicht. #Europäische Union

Ein weiteres Problem ist der Euro. Ich erinnere mich, wie wir früher für 50 DM einen prall gefüllten Einkaufskorb mit nach Hause brachten. Was kriegen Sie heute für 50 Euro? Wahrscheinlich nicht einmal die Hälfte von dem, was Sie vor 2002 hätten kaufen können. Denn obwohl fast alles irgendwie teurer geworden ist, habe ich nicht mehr Geld auf meinem Gehaltszettel. Menschen fangen auch hierzulande wie in Amerika an, sich Zweit- und Drittjobs zu suchen, die Zahl der Streßgeplagten und Depressiven steigt ins Bodenlose, und die Pharmakonzerne freuen sich. Können wir all diese Entwicklungen wirklich nur der EU zuschreiben? Ich glaube eher nicht. Es scheint der natürliche Lauf der Dinge zu sein, vielleicht auch der Lauf des zügellosen Kapitalismu