Von Politikern gerne Totgeschwiegen, stellt sich anhand immer höherer Flüchtlingszahlen die Frage nach der Rolle Amerikas in der Flüchtlingsproblematik. Weltweit mehren sich Stimmen, welche die aggressive amerikanische Außenpolitik als Hauptgrund für das Überhandnehmen der Flüchtlingsströme und des Terrors in westlichen Ländern nennen. Wenn man die militärischen Interventionen Amerikas mit den Flüchtlingsströmen in Zusammenhang bringt ist klar ersichtlich, dass die amerikanische Außenpolitik indirekt einen wesentlichen Bestandteil des weltweiten Flüchtlingsproblems darstellt.

Derzeit befinden sich weltweit über 50 Millionen Menschen auf der Flucht. 16,7 Millionen von ihnen gelten nach völkerrechtlicher Definition als Flüchtlinge. Neun von zehn Flüchtlingen leben in Entwicklungsländern, da die meisten Flüchtlinge lediglich in ein angrenzendes Nachbarland fliehen.

"#Krieg, Gewalt und Verfolgung sind die Hauptgründe dieser Flüchtlingsströme. Der deutliche Zuwachs der Flüchtlingszahlen ist daher auch ein schlechtes Zeichen für die Sicherheitslage weltweit. Hier sehen wir die immensen Kosten nicht endender Kriege, der Unfähigkeit Konflikte zu lösen oder zu verhindern", sagt Flüchtlingskommissar Guterres.

Jährliche Militärausgaben in der Höhe von fast 2 Milliarden US-Dollar weltweit sprechen freilich eine andere Sprache. Staaten, welche den Interessen der Großmächte entgegenstehen werden destabilisiert und die daraus entstehenden Flüchtlingsströme der Weltgemeinschaft überlassen. Vor allem Europa leidet momentan massiv unter den indirekten Folgen der amerikanischen Destabilisierungspolitik im Irak. Dass die USA in den 1980er Jahren gemeinsam mit Saudi Arabien diejenigen militanten Islamisten in Afghanistan unterstützten, aus welchen die heutige Al-Kaida hervorging, ist schon lange erwiesen. Nach dem World Trade Center Attentat, zu welchem sich die Al-Kaida bekannte, begann der Krieg gegen den Terrorismus, der sich weltweit verheerend auf die Flüchtlingsproblematik ausgewirkt hat.

Aktuelles Beispiel der Destabilisierungspolitik Amerikas ist die Gruppe #ISIS. Ursprünglich als Splittergruppe der Al-Kaida, füllt sie heute jenes Machtvakuum, welches die Irak-Invasion hinterlassen hat. 2011 breitete sich ISIS nach Syrien aus, mit verheerenden Folgen. Globale Statistiken der UNHCR zählen Syrien mit 2,4 Millionen Flüchtlingen und Irak mit 401.000 Flüchtlingen zu den sieben Ländern mit den größten Flüchtlingsströmen.

Laut UNO geht der wirtschaftliche Schaden, der durch die Flüchtlingsproblematik entsteht in die Milliarden, vom unsäglichen menschlichen Leid ganz abgesehen. In dieser Hinsicht muss man sich wirklich fragen ob Europas Politiker auf einem Auge blind sind, sonst lässt es sich nicht erklären, dass die europäische Politik mit enormen Kosten nur die Auswirkungen und nicht den Kern des Problems in den Mittelpunkt ihrer Bemühungen stellt.

Nüchtern betrachtet gleicht die Absicht der Flüchtlingsströme Herr zu werden einem Kampf gegen Windmühlen da man, um die Ursache der Flüchtlingsproblematik zu bekämpfen, Amerika zu einer Änderung seiner Außenpolitik bewegen müsste. Ob das europäischen Politikern gelingen wird darf bezweifelt werden.