Die verstörenden Berichte über den Organhandel der Terrororganisation #ISIS lenken die Aufmerksamkeit wieder auf den Organhandel. Dieser ist nach dem Waffenhandel das zweitlukrativste Geschäft weltweit und ist am boomen. Dass der Organhandel mittlerweile auch für Europa zum Problem wird, muss sogar die EU zugeben. Die Internetseite BioEdge zitiert EU-Sonderankläger Jonathan Ratel mit den Worten: "Dank der globalen Finanzkrise ist der Organhandel eine Wachstumsbranche."

Aufgrund der beachtlichen Erfolge in der Transplantationsmedizin wächst in Europa die Nachfrage nach Spenderorganen. Das Angebot reicht bei weitem nicht aus. Ein relativ großer Prozentsatz der Patienten stirbt, während sie auf ein Spenderorgan warten. Dementsprechend groß ist die Bereitschaft, unter allen Umständen ein Spenderorgan zu bekommen.

Dieser Mangel an Spenderorganen ruft kriminelle Organisationen auf den Plan, die in Osteuropa die bittere Armut ausnutzen. Oft sind es junge Menschen, die aus Verzweiflung eine Niere verkaufen. Während die Spender an die 3000 Euro für eine Niere bekommen, verdienen die Kriminellen zwischen 100.000 und 200.000 Euro, die sie von den Empfängern für das Spenderorgan bekommen.

Größtes Problem stellt die steigende Armut dar, die Menschen in die Arme der Organhändler treibt. Während es vor allem Menschen aus Entwicklungsländern waren, weitet sich das Problem auf weite Teile Europas aus. Zu nennen sind Moldawien, Bulgarien, Rumänien und die Ukraine. Aber auch in Griechenland, Italien und Spanien sind immer mehr Menschen bereit, aus ihrer finanziellen Not heraus Organe anzubieten. Die in diesen Ländern anhaltende Massenarbeitslosigkeit feuert diesen "Markt" für Organe an.

Das Voranschreiten des Organhandels in Europa zeigt in verstärktem Maße das Auseinanderklaffen von Arm und Reich sowie die Unvereinbarkeit des Profitsystems mit den medizinischen Grundbedürfnissen der Menschen. Es gilt zu verhindern, dass arme Europäer zum "Ersatzteillager" für reiche Europäer werden. In dieser Hinsicht ist die europäische Politik verstärkt gefordert. #Gesundheit