Die Lage bei den Verhandlungen zwischen den Landwirten in Polen und der Regierung spitzt sich weiter zu. Laut Radio Szczecin , wollen polnische Landwirte erneut mit möglichen Protesten an der Hakenterasse in Stettin starten.

In Pyrzyce kam es in den letzten Tagen bereits zu mehreren Demonstrationen. Edward Kosmala, Mitglied der landwirtschaftlichen Solidarność, beschuldigt das Landwirtschaftsministerium der durch die Krise gebeutelten Agrarbranchen nicht genug Hilfe geleistet zu haben. Die Landwirte verfolgen mit Ihren Protesten im Wesentlichen zwei Ziele. Zum einen wollen diese mehr Unterstützung für die Viehzüchter und Obstbauern und zum anderen soll die Regierung ein Verbot für den Verkauf von genmodifizierten Lebensmitteln verhängen.

Die westpommerschen Bauern fordern darüber hinaus einen Verkaufsstopp der staatlichen Grundstücke an ausländische Investoren. In Pyrzyce sollen bereits 60% der Grundstücke in ausländischer Hand sein.

Traktorkolonnen und Verkehrschaos

Bisher ist es noch unklar, ob die Straßen von Stettin und die Hakenterrasse wieder von brummenden Traktorenkolonnen blockiert werden. Bei der letzten Kundgebung standen insgesamt über 50 Traktoren vor dem Gebäude der Stadtverwaltung in Pyrzyce und legten teilweise den gesamten Verkehr in der Stadt lahm.

Ministerpräsidentin Ewa Kopacz kann die Aufregung nur bedingt verstehen. Sie sagte, dass sich die Regierung die ganze Zeit solidarisch gezeigt habe und führte an, dass alle Landwirte bereits Entschädigungen erhalten haben, sofern durch das russische Embargo auf Schweinefleisch Verluste entstanden waren. Kopacz führte weiter aus, dass die Regierung zu neuen Verhandlungen bereit sei und eine schnelle Einigung mit den westpommerschen Landwirten anstrebe.

Es bleibt jedoch festzuhalten, dass bis zu einer endgültigen Einigung noch mit weiteren Blockaden durch die Landwirte in Pyrzyce gerechnet werden muss. Bei der letzten Kundgebung wurden unter den Protestlern ziemlich aufgebrachte Stimmen laut die sagten, dass es bedeutend einfacher sei, 1000 Zloty als Behördenmitarbeiter zu verdienen, als mit dem Verkauf von billiger Milch.

Soldiarität im ganzen Land

Neben den eigenen Protesten, unterstützen die Landwirte auch die andauernden Streiks im Bergbau.

Laut Radio Warszawa ist in den nächsten Wochen mit weiteren Protesten zu rechnen. Vertreter der Gewerkschaftszentralen OPZZ Solidarnosc und Forum Zwiazkow Zawodowych, haben am 05.02 auf einer Konferenz in Warschau bereits eine Verschärfung der Proteste gegen die Regierungspolitik angekündigt. #Europäische Union #Streik