Seit 2012 ist die Rettungsgasse in Österreich bei Staubildung Pflicht. Die Intention dahinter: den Einsatzkräften das Durchkommen zu einem Unfall zu erleichtern. Geplant war nicht erst bei Stau, sondern schon bei möglicher Staubildung eine Rettungsgasse zu bilden. Für die Autofahrer auf der linken Spur bedeutet das, sie fahren möglichst weit nach links, jene auf der rechten und mittleren Spur nach rechts. Ein einfaches Prinzip, wenn es nicht immer wieder Verkehrsteilnehmer gäbe, die sich nicht daran halten und trotz Notwendigkeit der Rettungsgasse weiter auf der freien Spur fahren. Auch der eine oder andere verhindert die Bildung, indem er sich viel zu spät einordnet und behindert zusätzlich weiterhin die leere Fahrspur. Die Folge für die Einsatzkräfte wäre ein verspätetes Eintreffen am Einsatzort.

Erleichterung für Einsatzkräfte

Österreich ist ein Land, das dafür bekannt ist, sich immer zuerst aufzuregen bevor etwas Neues ausprobiert wird. Nicht anders war es im Fall der Rettungsgasse. So war auch hier die Reaktion: Das Erste, was zu hören war, waren Unmutsäußerungen. Doch nicht alle sind unzufrieden mit der jetzigen Situation. Besonders die Einsatzkräfte plädierten und forderten sogar die Beschließung dieses Gesetzes, nach dem gleichen Prinzip wie in den Nachbarländern. Sie sind von der Sinnhaftigkeit überzeugt, da im Falle von Unfällen eine verkürzte Anfahrtszeit und eine damit verbundene bessere Erstversorgung der Verletzten ermöglicht wird.

Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Österreichischen Roten Kreuzes bringt es auf den Punkt, als er im Januar dieses Jahres meinte, dass es sicher noch länger dauern wird, bis alle österreichischen Verkehrsteilnehmer dieses Gesetz umsetzen und sich bereits bei stockendem Verkehr die geforderten Handlungen setzen. Die Tatsache, dass sich anfangs auch viele Verkehrsteilnehmer über die eingeführte Gurtpflicht beschwert haben, es aber mittlerweile eine Selbstverständlichkeit für jeden ist, stimmt ihn jedoch zuversichtlich.

Andererseits ist es befremdlich, dass das Einhalten eines gültigen Gesetzes auch drei Jahre nach Inkrafttreten noch keine Selbstverständlichkeit ist. Das könnte an der Tatsache liegen, dass das Fehlverhalten im Straßenverkehr in Österreich immer noch als Kavaliersdelikt betrachtet wird, obwohl eine Missachtung mit hohen Geldstrafen geahndet wird.