Wie von internationalen Medien berichtet, ist die Zahl der umgekommenen afrikanischen Flüchtlinge bei dem schrecklichen Bootsunglück im Mittelmeer vom letzten Sonntag auf ü

ber 800 gestiegen: laut Angaben der italienischen Behörden sollen sich insgesamt über 850 Menschen an Bord des gesunkenen Schlepperboots befunden haben, mindestens 60 davon sollen Kinder gewesen sein.

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Das Boot, welches knapp 60 Seemeilen von der libyschen Küste entfernt in Seenot geriet und durch den Zusammenstoß mit einem Handelsschiff, sowie durch die ungleiche Gewichtsverteilung an Bord umkippte und sank, wurde von einem 27 Jahre alten Tunesier gesteuert. Dieser soll, gemeinsam mit einem syrischen Besatzungsmitglied, Teil der in Libyen operierenden Schleppermafia sein. Wie sich nun herausstellte, stand der Tunesier bereits seit Stunden unter Drogen- und Alkoholeinfluss, als sich der Zusammenstoß mit dem aus Portugal kommenden Handelsschiff ereignete.

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Er soll auch an Bord, also während des Steuerns des Boots, große Mengen Haschisch geraucht haben. Laut italienischer Polizei, hat die bisherige Rekonstruktion des Unfallhergangs ergeben, dass sein intensiver Drogenkonsum und die dadurch verursachte Beeinträchtigung direkt zum schrecklichen Unfall beigetragen hat. So wird derzeit angenommen, dass das Steuermanöver, welches den Zusammenprall mit dem anderen Schiff verursachte, wohl kaum von einem nicht alkoholisierten und nicht unter Drogen stehenden Steuermann ausgeführt worden wäre.

Laut Aussagen von Überlebenden des Unglücks, wurde vor der Abfahrt in Libyen noch versucht weitere Menschen auf das bereits deutlich überladene Boot zu bringen: so sollen Mitglieder der involvierten Schlepperbande mit Stöcken und Seilen auf die Flüchtlinge eingeschlagen haben, um sie von der Anlegestelle auf das Boot zu treiben. Ursprünglich, so erzählt einer den überlebenden Flüchtlinge, war geplant fast 1.200 Menschen an Bord unterzubringen, obwohl das Boot bereits bei 600 Menschen völlig überfüllt war. Die meisten der untergebrachten Menschen wurden in den Laderaum gepfercht, wo sie kaum Luft bekamen und sich auch so gut wie nicht bewegen konnten.

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Vor der eigentlichen Reise wurden die Flüchtlinge, so einige der Augenzeugen knapp einen Monat lang auf dem Gelände eines alten Bauernhofs festgehalten - viele Flüchtlinge sollen bereits dort, aufgrund von Wasser- und Nahrungsmangel, in der libyschen Hitze umgekommen sein.

Quelle:

ORF - Haschisch und Alkohol konsumiert - Anhörung vor Gericht am Freitag  #Europäische Union