Die Geschichte der Luftfahrt ist auch eine Geschichte des Unglücks. Lässt man die spektakulärsten Unfälle Revue passieren, zeigt sich vor allem eines: Sowohl Mensch, Technik als auch Sicherheit werden nie perfekt sein.

Gemessen an der Zahl der Todesopfer liegt der Anschlag auf das World Trade Center in New York City am 11. September 2001 an der Spitze. 3.018 Menschen starben in den drei Flugzeugen, die ins World Trade Center und in das Pentagon gelenkt worden waren, in den Gebäuden und am Boden.

Terror, Luftfahrtpioniere und Zwischenfälle bei Start und Landung 

Das am längsten zurückliegende Flugzeugunglück ereignete sich am 9. August 1896, als der Flugpionier Otto Lilienthal in Stölln (Deutschland) abstürzte und am Tag darauf starb. Lilienthal absolvierte als erster Gleitflüge mit einem Flugzeug, und auch das Fluggerät, mit dem es ihm fatalerweise nicht gelang, einer Luftverwirbelung gegenzusteuern, hatte keinen Motor. Otto Lilienthal hat mit seinen Experimenten wesentlich zur Entwicklung der Tragfläche beigetragen.

Häufig passieren Unglücke unmittelbar nach dem Start oder bei der Landung. So geschehen etwa am 3. März 1974, als ein Großraumflugzeug der Turkish Airlines nach dem Start die hintere Frachttür verlor. Das hatte zur Folge, dass aufgrund des Druckabfalls der Kabinenboden einbrach und die Steuerseile untauglich wurden. Die Piloten hatten keine Chance, denn die Maschine ließ sich somit nicht mehr steuern und krachte in einen Wald.

Zu einer unangenehmen Begegnung zweier Maschinen unmittelbar nach dem Start der einen und kurz vor der Landung der anderen kam es am 12. November 1996 in Indien, als eine Boeing 747 mit einem Flugzeug der Air Kasachstan zusammenstieß. Grund für die Kollision war menschliches Versagen: Die Piloten der kasachischen Maschine befanden sich im Sinkflug, obwohl sie der Fluglotse vor der entgegenkommenden Maschine, die gerade den Boden verlassen hatte, warnte. Den Zusammenstoß überlebte kein einziger Passagier.

Entführungen und politische Motive 

Die Geschichte des Zusammenhangs von Terror und Luftfahrt ist leider mittlerweile lang: Vor allem Flugzeugentführungen sorgen für Aufsehen und weltweite Berichterstattung. Schon bei der ersten Flugzeugentführung im Jahr 1931 in Peru waren politische Hintergründe ausschlaggebend für die Tat. Bewaffnete Revolutionäre verlangten von einem Piloten einer Kleinmaschine, überall hin gebracht zu werden. Für den Bedrohten ging die Sache glimpflich zu Ende. Nach zehn Tagen wurde er freigelassen. Seit damals verzeichnet man mehr als tausend Flugzeugentführungen weltweit.

Dennoch zeigen Statistiken, dass das Fliegen nach wie vor sicher ist. Die Wahrscheinlichkeit, in einen Unfall verwickelt zu werden, ist im Vergleich zu anderen Transportarten sehr gering.

Bild: Joachim Reisig/pixelio.de #Germanwings #Flugzeugabsturz