Der Absturz der German-Wings Maschine, Airbus A320, bei dem 150 Menschen in den Tod stürzten - selten hat ein Thema in den Medien so sehr für Aufregung gesorgt, aber vor allem auch bewegt und tief bestürzt.

Fragen über Fragen gehen wohl den meisten von uns durch den Kopf, Unverständnis, und vor allem eine großes WARUM? - der Versuch, zu verstehen, wie es dazu kommen konnte und was, einen Menschen zu einer solchen Tat veranlasst. Nur logisch erscheint es deswegen, dass seitens der Medien alles unternommen wird, um mögliche Hintergründe zu erfahren, die Wahrheit ans Licht zu bringen und das Umfeld des Co-Piloten zu durchleuchten. Doch wie weit, darf die Presse hierbei eigentlich gehen - wo ist das Ende der sachlichen, fragengesteuerten Berichterstattung und wo handelt es sich dann schon um einen massiven Eingriff in die Privatsphäre, vor allem auch im Hinblick auf die Angehörigen?

Im Ö3-Wecker wurde beispielsweise am Montag, den 30. März ein Brief einer jungen Frau verlesen, den diese an ihren, beim Flug verunglückten Freund, verfasst hatte und den sie für diesen an der Unfallstelle vorliest. Sie spricht dabei von dem letzten Streit, den sie aus vollstem Herzen bedauert. Auch im Fernsehen kann man bei unterschiedlichsten Formaten immer wieder Gesichter der trauernden Angehörigen erhaschen, die fassungslos am Flughafen oder am Unglücksort zu sehen sind. Aber nicht nur auf Opfer-Seite wird viel an privaten Informationen preisgegeben, auch seitens des Co-Piloten Andreas L. werden Photos von einigen Medien enthüllt.

Der Höhepunkt ist hier sicherlich, die Veröffentlichung bei den österreichischen Tageszeitungen "Krone" und "Österreich", die auf ihren Titelseiten ein Foto einer unbeteiligten Person unverpixelt als jenen Copiloten zeigten, der die #Germanwings-Maschine laut Behörden zum Absturz brachte. Das Foto kursierte in sozialen Medien als Bild des Copiloten, konnte aber als eindeutig falsch entlarvt werden. Die Sozialen Medien spielen hier eine spezielle Rolle, Tausende bekunden unter dem Hashtag "#indeepsorrow" ihr Beileid und ihre Betroffenheit - die Welt scheint für einen Augenblick wieder näher zusammen zu rücken und an einem Strang zu ziehen.

Zumindest scheint es so, denn schaut man nur wieder ein paar Meter über den momentanen Tellerrand und Horizont hinaus, wird einem klar, dass die radikal-islamische Terrororganisation Boko Haram in Nigeria im Vorfeld der Wahlen wieder 500 Frauen und Kinder entführt hat, Ebola oder auch die IS immer noch für Unzählige Tote sorgen - die Liste hier kann wohl mit vielen Punkten weiter fortgesetzt werden .

Dass Einzelschicksale bewegen, ist klar und auch, dass die Schrecklichkeit dieser Tat des Co-Piloten - 149 Unschuldige mit in den Tod zu reißen - in keinster Weise relativiert werden kann, dennoch ist es nicht vor allem für die Medien wichtig, ein möglichst ganzheitlich, wahres und dennoch in gewisser Weiße distanziertes Bild einer Gegebenheit darzustellen? #Flugzeugabsturz