Mit zweierlei Maß gemessen?

So mancher, der die Diskussion über die "Siegesfahrt" zum Weltkriegsgedenken des Motorradclubs "Nachtwölfe" mitverfolgt hat, fragt sich, ob in dieser Angelegenheit nicht mit zweierlei Maß gemessen wird. Zu gut ist noch die "Dragoon Ride-Übung" des US-Militärs in Erinnerung. Während im Rahmen des "Dragoon Ride" vor kurzem noch Panzer entlang der östlichen Nato-Grenze gedonnert sind, wird einer Gruppe von Motorradfahrern die, im Kampf gegen den Faschismus Gefallene ehren wollen, in Polen die Einreise verwehrt.

Rollende Panzer als Zeichen der Verbundenheit

Die, als Zeichen der Verbundenheit Amerikas mit den NATO-Partnern durchgeführte Übung "Dragoon Ride" sollte die Zusammenarbeit der NATO-Partner mit Amerika über fünf Grenzen hinweg demonstrieren. Über eine Strecke von fast 1800 Kilometern rollten Dutzende Radpanzer der US-Streitkräfte auf einer festgelegten Strecke durch die Lande. Die Bevölkerung hatte die Möglichkeit die benutzten Militärfahrzeuge zu besichtigen. Wie die Medien berichteten, wurden auf der Strecke auch militärische Übungen abgehalten.

Polen verwehrt die Einreise russischer Biker

Polen hatte bereits im Vorfeld die Einreise der Biker verboten und die Ankündigung jetzt wahrgemacht. Zehn Mitgliedern des Motorradclubs "Nachtwölfe" wurde die Einreise verwehrt. Die, als Gedenken an den Sieg über Hitler-Deutschland, gedachte "Siegesfahrt" der Putin-nahen Motorradrocker soll fast 6000 Kilometer von Moskau nach Berlin führen. Laut Angaben geht es um die Ehrung aller, die im Kampf gegen den Faschismus gefallen sind.

"Nachtwölfen" gelingt die Einreise

Da die "Nachtwölfe" als Sympathisanten der Separatisten in der Ostukraine gelten und die Ukraine-Krise das Klima zu Russland enorm abgekühlt hat, werden es die Biker enorm schwer haben, die Grenze zu passieren. Einige Biker dürften es aber trotzdem schon geschafft haben. Der polnische Radiosender RMF FM berichtete von drei russischen Motorradfahrern, die schon am Sonntag die Grenze überquert haben.

Netzgemeinde kritisiert Einreiseverbot

Während es aus einer zwischenstaatlichen Perspektive als durchaus legitim erscheint, die "Siegesfahrt" des Motorradclubs zu boykottieren, mehren sich in den sozialen Medien die Stimmen, die einen solchen Boykott als "Kindisch" bis "mit zweierlei Maß gemessen", bezeichnen. Das von russischer Seite das Einreiseverbot heftig kritisiert wird ist logisch. Aber die Kritik von Seiten der Netzgemeinde könnte für die, am Boykott beteiligten Regierungen noch so manche Überraschung bereithalten.

Foto: Victor Dashkiyeff - CC-BY-SA 2.0 - flickr.com #Europäische Union