Diesen April gibt es in Rom, Italien ein besonderes Weiterbildungsangebot: ein Exorzismus-Seminar für Laien.

Das Seminar, welches im Zeitraum vom 13. bis zum 18. April abgehalten wird, findet an der Università Europea di Roma statt, einer privaten römisch-katholischen Universität, welche vom streng konservativen Orden der "Legionäre Christi" geführt wird. Laut einem der in der Seminarorganisation beteiligten Priester soll eines der Ziele des Kurses sein, den Teilnehmern beizubringen zwischen psychischen Erkrankung und echten Fällen von Besessenheit zu unterscheiden.

Eine Diskussionsrunde mit aktiven Exorzisten, wie etwa dem derzeitigen Präsidenten der "International Association of Exorcists", Pater Francesco Bamonte ist als krönender Abschluss des Kurses vorgesehen.

Vor allem der sich durch die gegenwärtige Unterhaltungskultur ausbreitenden "Satanismus-Mode" und der steigenden Popularität von Magie, Esoterik und Okkultismus soll durch ein gesteigertes Angebot von Exorzismus-Kursen entgegengewirkt werden. Nach aktuellen Schätzungen gibt es in Italien derzeit etwa 400 aktive Exorzisten.

Als treibende Kraft hinter der Popularisierung von Austreibungen wird die "International Association of Exorcists" - Die Internationale Vereinigung der Exorzisten - vermutet. Mit etwa 250 Mitgliedern ist sie die größte bekannte Organisation von Teufelsaustreibern weltweit. Viele der in Kirchenkreisen angesehensten Exorzisten waren oder sind Mitglieder.

Letzen Sommer überraschte der Vatikan durch die offizielle kirchenrechtliche Anerkennung des privaten Vereins als "privaten Verein Gläubiger". Seitdem wird von Kirchen- und Vatikankennern ein Anstieg im Engagement für Exorzismus innerhalb der römisch-katholischen Kirche beobachtet.

Aufgrund der großen Popularität von Filmen wie "Der Exorzist" (USA, 1973), oder "Der Exorzismus der Emily Rose" (USA, 2005) gilt Exorzismus, vor allem in Europa und Amerika als "typisch katholisches", oder zumindest "typisch christliches" Ritual. Vergleichbare Rituale finden sich allerdings auch im Judentum, im Hinduismus und im Islam. Der Großteil aller Fälle von Exorzismus, sowohl christlicher, als auch muslimischer Austreibungen wird in Afrika vermutet.

Quellen:

religion.orf.at - Erstmals Exorzisten-Kurs für Laien in Rom.

Homepage Università Europea di Roma.

DW - Exorzismus weiter gefragt.