Es ist der 8. Mai 1945, und der Zweite Weltkrieg ist in Europa beendet. Vor genau 70 Jahren streckte Nazi-Deutschland vor den Alliierten die Waffen und kapitulierte bedingungslos. Doch dieser 8. Mai ist kein Tag des Waffenstillstands, musste man doch noch einige Monate warten, bis dieser #Krieg nach den Atombomben auf Nagasaki und Hiroshima ein definitives Ende nahm.

Vom Bombenhagel verwüstet, und vom Horror der Konzentrationslager beschmutzt, versucht der europäische Kontinent sich wieder aufzurichten. Heute wird mehr denn je das Gedenken an den 8. Mai 1945 als Gründungsereignis des Friedens in Europa gefeiert, und zwar auch im deutschen Bundestag, was nicht immer der Fall war.

Historiker Winkler spricht vor dem deutschen Bundestag

Der SPD-Politiker und angesehene Historiker Heinrich August Winkler (76) ist Hauptredner bei der Gedenkstunde im deutschen Bundestag, bei der auch Kanzlerin Merkel, Präsident Gauck, der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, und Vertreter sämtlicher Bundestagsfraktionen anwesend sind. Laut Winkler sei der 8. Mai 1945 die tiefste Zäsur in der deutschen Geschichte gewesen, und er mahnt vor dem Vergessen: Die Auseinandersetzung Deutschlands mit seiner Geschichte sei nicht abgeschlossen, und werde es auch niemals sein. Der Triumph der Nazis sei der Triumph eines Mythos, d.h. des Irrationalen über die Vernunft gewesen, ein Triumph, wie er in Zeiten sozialer Krisen jederzeit wieder aufkeimen könne, selbst heute noch. Dabei verweist Winkler auf die jüngsten Manifestationen von Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz in Deutschland. Auch die Ereignisse in der Ukraine zeugen, so Winkler, von einem 'Wiederaufleben dieses alten Mythos'.

Historische Gedenkfeiern in der Ukraine

In Frankreich wird der Präsident heute, wie jedes Jahr, einen Blumenkranz am Fuße der Statue von Charles de Gaulle auf der Place Clémenceau in Paris ablegen, bevor er die Flamme des Unbekannten Soldaten unter dem Triumphbogen entfacht.

Im polnischen Danzig, wo die ersten Schüsse des Zweiten Weltkriegs fielen, haben sich mehrere osteuropäische Staatschefs in Begleitung von UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon getroffen.

Einzigartig: Zum ersten Mal in seiner Geschichte gedachte die Ukraine den Opfern des Zweiten Weltkriegs. Ein derartiges Bemühen um Erinnerung ist umso bedeutender und notwendiger angesichts der aktuellen Situation in der Region Donbass. Trotz des vor 70 Jahren geschlossenen Friedensvertrags, des Aufbaus von Europa und der UNO, bestehen die Konflikte vor den Toren des Alten Kontinents fort. #Europäische Union