In jedem Land gibt es einen rechten, sowie einen linken Rand. In den Ländern der Vysegrad-Gruppe sieht es da nicht anders aus. Wenn aber die Leute ständig von den Gräueltaten des sog. Islamischen Staaten oder Flüchtlingsströmen aus dem Mittelmeer erfahren, haben diese einfach Angst. Die Angst und Unsicherheit sind auch die Hauptgründe, wodurch die Menschen an den rechten Rand getrieben werden. Dabei muss jedoch die Frage erlaubt sein, ob dies als rechtsradikal bezeichnet werden kann oder ob dies einfach nur Skepsis und Misstrauen ist. Um die Situation besser einordnen zu können, ist es zudem zwingend erforderlich die Geschichte dieser Länder zu berücksichtigen. Schließlich wurde in Mittelosteuropa über Jahrhunderte für die Staatsunabhängigkeit gekämpft, wobei die Menschen sich ständig gegen die Besatzung von anderen Mächten wehren mussten.

Aufmarsch der Unzufriedenen

"Lügenpresse!", "Linksfaschisten!", "Slowakei für Slowaken!", "Wir werden kämpfen!", "Das ist unser Land!", "Kommt mit uns!" . Dies waren die Hauptparolen der Menge unzufriedener Bürger die sich vor rund zwei Wochen in der slowakischen Hauptstadt versammelt hatten. Auf ihren Transparenten standen beispielsweise Aufschriften wie: "Nieder mit dem EU-#Rassismus!". Dabei kamen die Demonstranten aus verschiedenen politischen Lagern und bei Weitem nicht nur vom rechten Rand.

Die Slowakei ist bis heute eindeutig christlich, katholisch und evangelisch geblieben. Als einer der Redner am Anfang seiner Rede gerufen hat: "Wir sind Soldaten von Jesus Christus!", erhielt er hierfür tosenden Applaus. Die Menschen leben ihre Identität offen aus und die slowakische Jugend ist bei den Kundgebungen immer zahlreich anwesend. Die in Prag und Bratislava regierenden Parteien werden im Westen in der Regel als sozialdemokratisch bezeichnet, obwohl beide stark national, wenn nicht sogar nationalistisch geprägt sind.

Nach der Volksversammlung hatte dann ein Marsch zum Regierungssitz begonnen. Dabei forderten die mehr als zehntausend Demonstranten, dass die Regierung keine Kompromisse eingehen solle. Anscheinend wurden ihre Bitten erhört, denn einige Tage später hatte die slowakische Regierung bekanntgegeben keine festen Quoten für Ausländer zu akzeptieren. Das Land will selbst darüber entscheiden, welche Flüchtlingen aufgenommen werden und welche nicht. Zur selben Zeit machte die Regierung jedoch deutlich, dass sie rechtsradikale Gesinnungen nicht tolerieren werden. Dabei verurteilte diese die Aussagen einiger Politiker auf schärfste.

Marian Kotleba erinnert an Adolf Hitler

Marian Kotleba ist eine der führenden Personen in der slowakischen Politik. Er wird allgemeinhin als interessante und doch höchst gefährliche eingestuft. Seit er zum Regionalpräsidenten des Landesbezirks Banská Bystrica (Neusohl) gewählt wurde, hat er bereits für eine Vielzahl an Schlagzeilen gesorgt. Nicht wenige Menschen behaupten, dass seine Erscheinung und sein Auftretten an Hitler erinnern würden. Dabei sind seine Äußerungen zumeist sehr Russlandfreundlich und richten sich oftmals gegen die Nato, sowie Israel.

Im Rahmen der Demonstrationen in Bratislawa ist er dadurch auch eine der Hauptfiguren. Die Menge hört auf ihn und wenn er dazu Aufruft, dass die Demonstrationen friedlich verlaufen sollen, muss auch die Polizei nicht einschreiten. Während seiner Rede bezeichnete er die Tschechen als Brüder, wofür er sehr viel Beifall erhielt. Als einer seiner Helfer die Namen der slowakischen Europa-Abgeordneten verlies, welche während der Abstimmung nicht im Sinne des slowakischen Volkes abgestimmt hatte, reagierte die Menge erbost mit Rufen wie "Volksverräter!! Volksverräter!!" oder "Wir werden euch hängen!!".

Es kam zu gewaltätigen Auseinandersetzungen

Durch die nun aufgeheizte Stimmung kam es auch zunehmend zu rechtsradikalen Parolen. Nach Polizeiangaben wurden bereits vor der Demonstration eine Vielzahl von Personen kontrolliert, welche Waffen und andere illegale Gegenstände mit sich führten. 

So ist es nicht verwunderlich, dass es kurz nach der Rede von Kotleba auch zu Ausschreitungen gekommen ist. Dabei griffen etliche Personen die Teilnehmer eines Fahrradrennens an. Auslöser hierfür war die Teilnahme eines schwarzen Brasilianers namens Bernardo Cruz. Insgesamt wurden im Laufe des Tages 140 Randalierer verhaftet. Es kann von Glück gesprochen werden, dass niemand ernsthaft verletzt wurden.

Es sieht so aus, als würden die Staaten in Mitteleuropa zunehmend eine tragende Rolle bei der Frage nach der Zukunft Europas einnehmen. Dabei ist es sehr wahrscheinlich, dass die Menschen in diesen Ländern, mit jeder weiteren fragwürdigen Entscheidung aus Brüssel, mehr Sympathien für Putin und Russland entwickeln werden. #PEGIDA #Wladimir Putin