Der Versuch der Europäischen Kommission ein Quotensystem für die Aufnahme von Mittelmeerflüchtlingen einzuführen, ist an dem Widerstand der Länder der Visegrad-Gruppe gescheitert. Dabei ist es fraglich, ob es sich hierbei nur um ein temporäres Problem handelt. Die #PEGIDA ähnlichen Straßenkundgebungen in Bratislawa sind in Deutschland kaum bekannt. Allerdings ist die Stimmung bei unseren slawischen Nachbarn sehr aufgeheizt und die slowakische Regierung droht der EU nun sogar mit einer Volksabstimmung.

Unsere Geschichte und Gegenwart; ruhmreich und pausenlos tragisch

Otto von Bismarck, der erste Kanzler des vereinten Deutschlands hat einmal gesagt: "Haut doch die Polen, dass sie am Leben verzagen; ich habe alles Mitgefühl für ihre Lage, aber wir können, wenn wir bestehen wollen, nichts andres tun, als sie ausrotten." So war die deutsche Politik in dem Zeitraum 1871-1945 wirklich. Wir Polen hatten Glück, denn die Russen und Österreich-Ungarn haben diese Bestrebungen der deutschen Behörden sabotiert und am Ende erfolgreich verhindert. Die Tschechen und Slowaken aber wurden durch ihre mächtigen Nachbarstaaten, die zu Eroberern ihres Staatsgebietes wurden, fast ausradiert. Das stolze ungarische Volk musste Jahrhunderte lang blutig kämpfen, bevor es durch Wiener Herrscher als gleichberechtigter Partner bei der Donaumonarchie anerkannt wurde.

Im 20. Jahrhundert kamen dann die zwei Weltkriege. Wer jedoch meint, dass die Geschichte nach 1989 für uns positiver verlaufen wäre, der irrt jedoch gewaltig. Dauerarbeitslosigkeit, niedrige Löhne, kein Arbeitslosengeld und der Zwang auszuwandern, haben die Bevölkerung in Mittelosteuropa seit dem Zerfall der Sowjetunion geprägt.

Wir sind hier in Mittelosteuropa keine Rassisten

Bei dieser so prekären Lage ist es verständlich, dass sich viele Menschen dagegen sträuben, Millionen von Flüchtlingen aufzunehmen, wenn die Steuergelder nicht mal ausreichen, um die eigene Bevölkerung ausreichend zu versorgen. Schon heute leben in Mittelosteuropa Menschen aus Asien, beispielsweise aus Vietnam, Korea oder China. Sie arbeiten schwer für ihren Unterhalt und sind sehr gut in die Gesellschaft integriert. Auch wenn die Kulturen sehr unterschiedlich sind, kommt es im täglichen Miteinander zu keinen Problemen.

Ganz im Gegenteil. Einer der Spitzenpolitiker in Tschechien ist sogar asiatischer Abstammung. Tomio Okamura wurde in Tokio geboren und ist inzwischen ein Spitzenpolitiker der moderaten tschechischen Nationalisten. Dabei ist seine Abstammung kein Problem und sein tschechischer Patriotismus wird von niemandem in Frage gestellt. Okamura ist EU-Zweifler und entschiedener Gegner der ungesteuerten Einwanderung nach Europa. Daher hatte er im Mai sogar Marine le Pen in das Parlament in Prag eingeladen. Nach ihrer Rede hat sie mit Okamura und Klaus Bier getrunken.

National gesinnt trotzdem nicht fremdenfeindlich

Unsere vier Länder sind seit Jahrhunderten Vielvölkerstaaten. Hier leben schon seit langer Zeit Menschen mit verschiedenen Ethnien und Glaubensrichtungen. In Mittelosteuropa lebten Juden, Armenier, Zigeuner, Moslems, Deutsche, Ruthenen, Kroaten und Rumänen Jahrhunderte lang friedlich zusammen. Wir lebten hier alle fast wie eine große Familie. Wie in jeder Familie blieben auch uns Streitigkeiten, manchmal sogar gewalttätige Auseinandersetzungen nicht erspart. Die Vernichtungspolitik in unseren Ländern wurde jedoch jedes Mal durch fremde Eroberer und Unterdrücker betrieben oder zumindest durch ihr Handeln ausgelöst. Nein! Wir sind ganz bestimmt nicht mit Hass gegen Ausländer erfüllt!

Wir wollen leben! Wir haben keine Lust ausgerottet oder vertrieben werden!

Wie riesig waren einst unsere Länder! Halb Europa gehörte unseren Vorfahren! Dabei wurden allen Minderheiten, unter unserer Herrschaft, die gleichen Rechte gewährt. Was ist uns nach den Katastrophen der Eroberung durch fremde Großmächte und nach zwei Weltkriegen übrig geblieben? Nur vier kleine Nationalstaaten. Wir wollen unsere jetzige Heimat aufbewahren, damit unsere Völker, die sich unter Fremden stets schnell assimilieren, weiter leben können. Dies ist doch sicher nicht zu viel verlangt.

Wir haben Mitleid für unselige Opfer der Glaubenskriege auf der Welt. Allerdings wollen wir in unserer Heimat nur solchen Menschen Zuflucht gewähren, die irgendwie zu uns passen. Dies ist die momentane Gemütslage in Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn.

Hat jemand Lust mit Feuer zu spielen?

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Westslawen und ihre ungarischen Verwandten Jahrhunderte lang ums Überleben gekämpft haben. Dies bezieht sich sowohl auf Kriege, als auch auf den Kulturkampf, den das preußisch-deutsche Reich, manchmal auch Wiener Regierungen und das Zarrenreich gegen die westslawischen Völker führten. Unsere Vorfahren haben in der Vergangenheit vielen Angriffen getrotzt und unsere nationale Identität gewahrt, ganz egal ob es dabei darum ging uns zu Deutschen, Russen oder Moslems zu machen. Als die Russen am Ende etwas vernünftiger waren, wurde schließlich auch ihre Hilfe gegen die deutsche Übermacht angenommen.

Angesichts dieser Tatsachen, sollte die EU sehr vorsichtig mit den Versuchen sein, diesen vier slawischen Ländern nun neue Regeln zu diktieren und nicht probieren uns wieder in die Knie zu zwingen. Ansonsten wird sich die Stimme des Volkes weiter erheben, was durchaus mit negativen Konsequenzen für die gesamte EU verbunden sein könnte.

Bild: Flickr CC BY 2.0 von Noborder Network  #Europäische Union #Krieg