Im Münchner Landesgericht ist vor kurzem der Prozess des E-Zigaretten – Unternehmens „iSmokeSmart“ gegen das Deutsche Krebsforschungszentrum DKFZ mit einem Knalleffekt zu Ende gegangen. Wie viele „Dampfer“ vermuten, passten einige Aussagen von Frau Dr. Martina Pötschke-Langer so gar nicht zum hochgespielten Gefährdungsszenario rund um die E-Zigaretten und sollten deshalb in der Versenkung verschwinden.

DFKZ klagt E-Zigaretten-Unternehmen auf Unterlassung

Anlass des kuriosen Rechtsstreits ist die Einbindung von Aussagen Pötschke-Langers in Werbemittel des E-Zigaretten-Unternehmens „iSmokeSmart“. Konkret soll es sich um die, im Deutschlandradio geäußerten Aussagen, dass E-Zigaretten im Vergleich zu normalen Zigaretten ein harmloses Produkt seien und die Aussage, dass im „Dampf“ weder Kohlenmonoxid, Teer oder andere Kanzerogene enthalten sind, gehandelt haben. Das DKFZ klagte auf Unterlassung und wurde vom Gericht prompt abgewiesen. „iSmokeSmart“ darf also auch weiterhin den Namen „DKFZ“ und „Dr. Martina Pötschke-Langer“ für Werbezwecke nutzen.

Passen Aussagen nicht zum Gefährdungsszenario rund um das „Dampfen“ von E-Zigaretten?

Wie auf „ismokesmart.de“ zu lesen, soll das DKFZ den neuen Gesetzesentwurf zur Regulierung von E-Zigaretten, der in Deutschland nächstes Jahr in Kraft treten soll, massiv unterstützen und deshalb wird vom Verfasser des Artikels auch vermutet, dass die Aussagen von Pötschke-Langer in dieser Hinsicht eher kontraproduktiv wirken könnten, denn warum soll etwas, dessen Gefährdungspotential nicht einmal von Fachleuten gesehen wird, so stark reguliert werden?

Dass E-Zigaretten weit risikoloser sind als herkömmliche Zigaretten, sollte nicht verschwiegen werden

Zitiert wird weiters eine, im „Tabakaltlas Deutschland“ veröffentlichte Aussage Pötschke-Langers, die sich sinngemäß auf die Unvertretbarkeit des Verschweigens risikoärmerer rauchloser Tabakprodukte bezieht. In dieser Hinsicht ist Frau Dr. Martina Pötschke-Langer sicherlich beizupflichten, wobei zu wünschen wäre, dass dieser Grundsatz auch für das DKFZ gelten sollte, denn wenn der Verfasser des Artikels auf „ismokesmart.de“ Recht haben sollte, ist es nur einem kuriosen Rechtsstreit zu verdanken, dass Aussagen, welche die Ungefährlichkeit von E-Zigaretten unterstützen, inmitten der Regulierungswut nicht dem Vergessen preisgegeben wurden.

Sachlichere Diskussion über das „Dampfen“ von E-Zigaretten erwünscht

Dass mit den Argumenten bezüglich des Regulierungsbedarfes von E-Zigaretten eher vorsichtig umzugehen ist, zeigt auch ein Fachartikel über den „Gateway“-Effekt, der bei der Erstellung der Studien grobe Vereinfachungen festgestellt hat. Mit Spannung ist auch das Urteil des Europäischen Gerichtshofes in Luxemburg bezüglich der Klage des britischen E-Zigaretten-Herstellers „Totally Wicked“ zu erwarten, der durch die Gleichstellung von Tabak und „Dampf“ eine Gefahr für die Weiterentwicklung der E-Zigarette sieht.

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