Restriktionen wie das Verbot der E-Zigaretten am Schulhof oder in Schulen werden von Kritikern der E-Zigarette und Anti-Raucher-Organisationen frenetisch als große Erfolge gefeiert. Fragt sich nur, ob diese Restriktionen das gewünschte Ziel auch erreichen werden, denn die Kreativität der Jugendlichen wird wahrscheinlich immer Mittel und Wege finden, Verbote und Normen zu umgehen. Eine Tatsache, die schon Generationen von Jugendlichen vor uns bewiesen haben und die auch Generationen von Jugendlichen nach uns beweisen werden. Außerdem hat jeder Schultag auch ein Ende.

Keine Frage, dem statistischen Anstieg der jugendlichen „Dampfer“ sollte unbedingt entgegengewirkt werden. Fraglich ist nur, ob Regulierungen nach dem „Gießkannen“-Prinzip, die jegliche Differenzierung vermissen lassen, der richtige Weg dazu sind.

Können Verbote bezüglich des „Dampfens“ von E-Zigaretten eine ehrliche Aufklärung ersetzen?

Auch Jugendliche können Zeitungen lesen oder sich im Internet Informationen über E-Zigaretten holen. Freilich sind diese Informationen übers „Dampfen“ absolut widersprüchlich, was bedeutet, dass sich die Jugendlichen quasi zwischen „zwei Seiten“ entscheiden müssen. Den „Dampfern“ und den „Nichtrauchern“. Gewinner könnte dann diejenige Seite sein, die das „verruchtere“ Image hat. Anstatt ehrlicher Aufklärung, finden Jugendliche zwischen Hasstriaden und Lobeshymnen zumeist hochwissenschaftliche Berichte, die, von verschiedenen Interessensgruppen in Auftrag gegeben, einander widersprechen. Gute Berichte und wirkliche Aufklärung sind eher die Ausnahme als die Regel.

Könnte Ehrlichkeit in Bezug auf das „Dampfen“ von E-Zigaretten zum erwünschten Erfolg führen?

Wie Tony Newman, Director of Media Relations, Drug Policy Alliance in einem schon etwas älteren Artikel auf "huffingtonpost.com" schreibt, sind junge Menschen nicht dumm und können mit der Wahrheit umgehen. Da es für Newman die ehrliche Aufklärung war, die bei Anti-Raucher-Kampagnen letztlich zum Erfolg geführt hat und nicht die Restriktionen, sollte diese ehrliche Aufklärung auch in Bezug auf das „Dampfen“ von E-Zigaretten fortgeführt werden.

Sollten sich Jugendliche aufgrund einer unabhängigen Aufklärung ihre eigenen Gedanken über das „Dampfen“ von E-Zigaretten machen?

Jugendliche wissen, dass das Rauchen herkömmlicher Zigaretten schwere Krankheiten verursachen kann. Sie sollen auch wissen, dass Nikotin, egal ob in herkömmlichen Zigaretten oder in E-Zigaretten süchtig macht und die Entwöhnung eine der schwersten Aufgaben im Leben eines Rauchers sein kann. Man sollte ihnen aber auch sagen, dass die E-Zigarette, was das „Dampfen“ nikotinfreier Liquids angeht, einerseits mehr unabhängige Forschung braucht, aber auf der anderen Seite, was das „Dampfennikotinhältiger Liquids angeht, sich das „Dampfen“ von E-Zigaretten bereits jetzt zu den bedeutendsten Um- oder Ausstiegshilfen für ehemalige Zigarettenraucher entwickelt hat, die es jemals gegeben hat. Gerade über dieses Spannungsverhältnis sollte nicht „darüberreguliert“, sondern differenziert und sachlich aufgeklärt werden.

Bild: onnola – CC-BY-SA 2.0 – flickr.com #Europäische Union #Gesundheit