Aktionen des Hackerkollektivs Anonymous füllen derzeit die Schlagzeilen der Medien. Anonymous steht in der Beliebtheitsskala wieder ganz oben, was durchaus auch Nachteile nach sich zieht, denn viele fühlen sich plötzlich bemüßigt dem Kollektiv anzugehören. Was folgt, ist zuweilen eine recht durchwachsene Bilanz, die zwar viele Erfolge vorweisen kann, aber aufgrund der schweren Koordinierbarkeit und der Eigeninteressen einiger „Berufener“ auch zu Kritik führt. Anonymous-Aktionen wie #OpISIS und #OpParis werden in dieser Hinsicht wahrscheinlich keine Ausnahme sein.

Wie beliebt ist Anonymous? Warum finden Aktionen immer mehr Anhänger?

Aber vielleicht geht es im Falle von Anonymous gar nicht so sehr darum, was sie machen, sondern darum, dass sie überhaupt etwas machen. In Zeiten, in denen das transatlantische Freihandelsabkommen „TTIP“ mit aller Macht durchgesetzt werden soll, Systembanken mit Steuergeldern am Leben erhalten werden und Terrororganisationen in destabilisierten Ländern wie Pilze aus dem Boden schießen, scheint das Gefühl „Etwas dagegen machen zu können“ in weiten Teilen der Bevölkerung verloren gegangen zu sein. Ein Umstand, der vermutlich so einiges zur derzeitigen Beliebtheit von Anonymous beiträgt.    

Sicherlich sind einige Aktionen populärer als andere: Hier ein paar Anonymous -Aktionen, die zu interessant sind, um aus den Augen verloren zu werden.

Wofür setzt sich Anonymous noch ein – Eine kleine Auswahl aus diversen Aktionen

#OpWhales: Zeitungsmeldungen zufolge, wurde die Webseite der isländischen Regierung von Anonymous angegriffen, um gegen die Walfang-Praktiken des Landes zu demonstrieren. Die Seite soll daraufhin 13 Stunden offline gewesen sein. Ziel der Kampagne ist die Beendigung der Jagd auf Finnwale, die von der „IUCN“ als gefährdet eingestuft worden sind.

#OpDeathEaters: Die, von Anonymous aufgrund der britischen Missbrauchsfälle ins Leben gerufene Aktion dient der Aufdeckung von Pädophilen-Netzwerken. Bei dieser Aktion wäre, nach Meinung von Anonymous, auch die Mitarbeit Deutschlands sehr wichtig, da Pädophile länderübergreifend agieren und es zwischen Osteuropa, Niederlande, Österreich und Deutschland starke Verbindungen gibt.

#OpNimr: Ali al-Nimr wurde in Saudi-Arabien aufgrund seiner Beteiligung an Demonstrationen im Zuge des „Arabischen Frühlings“ zum Tode verurteilt. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme war Nimr 17 Jahre alt und nach internationaler Meinung unschuldig. Nachdem ein Einspruch abgewiesen wurde, kann ihn nur mehr noch ein Gnadenakt retten. Nimr soll zuerst geköpft und dann gekreuzigt werden.

Foto: Akshay Hallur – CC-BY-ND 2.0 – flickr.com #Terror