Die Angst sitzt tief seit der Anschlagserie von Paris und hat sich auch in das kollektive Gedächtnis der EU-Bürger eingegraben. Doch wie rational ist unsere Furcht vor dieser unbekannten Terrorgefahr in Deutschland eigentlich und ist sie berechtigt oder nicht?   

In 2008 schätzten laut einer "N24 Emnid" Umfrage die Bundesbürger die Terrorgefahr sehr hoch ein. Ein Grund für diese Einschätzung war der Bundeswehreinsatz in Afghanistan. Dass es zu dieser Zeit und auch danach zu keinem Anschlag hier in Deutschland kam, haben wir zu einem gewissen Teil unseren Sicherheitskräften und auch dem Zufall zu verdanken. So war es einfach nur Glück, dass die in einer Tasche deponierte Rohrbombe am Bonner Hauptbahnhof, am 22 Dezember 2012, nicht explodierte.

Statistik   

Trotz des sicherlich vorhandenen Gefahrenpotenzials ist die Chance bei einem islamistisch motivierten Terroranschlag verletzt oder gar getötet zu werden, für den einzelnen hier in Deutschland äußerst gering. Gerade einmal zwei islamistisch motivierte Morde sind laut Statista seit 2001 auf deutschem Boden verübt worden. Bei den Opfern handelte es sich um zwei US-Soldaten, die am Frankfurter Flughafen von einem islamistisch motivierten Einzeltäter erschossen wurden. Betrachtet man sich die #Terror Anschläge weltweit, so leben wir hier in Deutschland doch recht sicher.

Nur leider empfinden viele von uns das nicht so, da sich die Medien mit Terrormeldungen aus aller Welt überschlagen und man das Gefühl bekommt, dass man selber mitten in einem Bomben- und Kugelhagel steht. Die ständigen Wiederholungen des ein und selben Ereignisses, zum Beispiel die Terrorwarnstufe in Brüssel, die minütlich durch die Medienlandschaft zelebriert wurden, wirken wie Brandbeschleuniger. Oder nehmen Sie Lothar de Maizières aus meiner Sicht dümmliche, vielleicht auch gewollte Verunsicherung der Bürger bei der Pressekonferenz, nach der Absage des Freundschaftsspiels Deutschland Niederlande. Solche Aussagen vervielfacht die Angst bis hin zur Panik, die Gott sei Dank rund um das Stadion ausblieb.

Selbst wenn in Deutschland jede Woche ein Anschlag mit im Schnitt bis zu 50 Todesopfer zu beklagen wären, wäre die Chance bei einem Autounfall ums Leben zu kommen, dennoch größer. Würde man die gleiche Paranoia dem Autofahren wie dem Terror gegenüber an den Tag legen, würde in diesem Fall niemand mehr freiwillig in ein Auto einsteigen. Und würden wir die gleiche Gelassenheit bei Terroranschlägen an den Tag legen wie dem eines möglichen Autounfalls gegenüber, dann würden die Terroristen ihr Ziel um Meilen verfehlen.

Die vier Voraussetzungen für einen Terroranschlag.  

Bis das es überhaupt zu einem Terroranschlag kommen kann, müssen einige Dinge aufeinander treffen. 

  • Motiv (ohne Motiv kein Anschlag)
  • Bereitschaft (Märtyrertum)
  • Gelegenheit 
  • Logistik

Fällt nur eines dieser vier Glieder aus oder wird von Außen gestört, so kommt es zu keinem Anschlag bzw. der Anschlag missglückt oder erzielt nicht die Wirkung, die er sollte. 

Das schwächste Glied in dieser Viererkette ist wohl ohne Zweifel die Bereitschaft zum Märtyrertum, also die Bereitschaft, sich für ein Ideal zu opfern. Je mehr ein Mensch zu verlieren hat, desto geringer wird die Bereitschaft sein, sich für eine Sache zu opfern. Deutschland bietet seinen Bürgern und den Menschen die hier leben und arbeiten, im Vergleich zu anderen Ländern z.B. mit Frankreich, einen sehr hohen Lebensstandard. Schaut man sich Frankreichs Vorstadtghettos und die Arbeitslosenzahl unter den Migranten aus den Maghreb Staaten von bis zu 30 Prozent an, so ist die Gefahr das Jugendliche sich radikalisieren, deutlich höher als in Deutschland.  

Das Ziel muss also lauten, eine bessere Integration Jugendlicher mit und ohne Migrationshintergrund und eine breite Bildungsoffensive für alle Bürger. Ich werde auf jeden Fall den Weihnachtsmarkt mit seinem Glühwein und dem Räuberfleisch in Frieden und ohne Angst genießen und mich nicht in Erwartung eines Anschlages mehrmals um meine eigene Achse drehen. #Terrorismus