Am 23. Juni 2016 stimmen die britischen Bürger in einem Referendum darüber ab, ob Großbritanien (GB) in der EU verbleibt oder nicht.

Befürworter eines Verbleibs in der Union und deren Gegner liefern sich derzeit auf der Insel einen harten Schlagabtausch. Die zum Teil sehr emotional geführte Debatte um das Für und Wider zeigt einmal mehr, wie es um die #Europäische Union tatsächlich bestellt ist.

Nicht nur, dass die Briten sich untereinander streiten, nun mischen sich auch noch deutsche Unternehmen in diese unsägliche Debatte ein. Das wird die britische Bevölkerung mit Sicherheit "sehr freuen" und zeichnet ein düsteres Bild bei einem Austritt der Briten für deren Wirtschaft.

Die gleichen Befürchtungen eines wirtschaftlichen Niedergangs GB, hegt übrigens auch Premierminister David Cameron, der laut Zeit Online sogar vor einem dritten Weltkrieg warnt. Solch geistige Meilensteine haben auf der Insel derzeit Hochkonjunktur. Da ist von vermehrter Terrorgefahr die Rede und von einer politischen Isolation zum Rest Europas. Zwar schwadronieren auch die Befürworter eines Brexit von einer erhöhten Terrorgefahr, dies aber bei einem Verbleib in der EU. Noch kann niemand die wirklichen wirtschaftlichen Folgen bei einem Austritt aus der Europäischen Union für die Briten abschätzen - alles andere wäre Kaffeesatzleserei.

Doch dürfte ein Austritt für so einige schwere Turbulenzen auf den Finanzmärkten sorgen. Für Anleger die nicht zu hohen Risiken neigen ist es sicherlich ein guter Rat, sich bis zum Referendum ein wenig mit Währungsspekulationen zurückhalten, um ein persönliches finanzielles Desaster zu vermeiden. Zwar zeigen sich die Gegner des Brexit noch gestärkt, denn laut der Frankfurter Allgemeinen liegen die Befürworter des Brexit mit 30 Prozent noch weit hinter ihren Gegnern zurück. Doch kann sich dieses Bild auch sehr schnell ändern.

Die E-Zigarette, das Zünglein an der Waage?

Wenn es bei der Abstimmung eng wird, könnten Britanniens Nutzer der E-Zigarette das Zünglein an der Waage werden. Unlängst hat im House of Lords, dem Unterhaus des Parlaments des Vereinigten Königreichs, die E-Zigarette ihren Siegeszug angetreten. Lord Callanan, ein vehementer Verfechter der E-Zigarette (er war seinerzeit im Europäischen Parlament einer der führenden und stärksten Kräfte, die die Einstufung der E-Zigarette als Medizinprodukt verhinderte), hat im Oberhaus einen Antrag gestellt, das die Umsetzung der "TPD 2" in nationales Recht auf der Insel verhindern soll.

Wird der Antrag nicht im letzten Moment von Premierminister Cameron abgewiesen (Cameron ist selber ein Verfechter der E-Zig.), indem er Lord Callanan zur Rücknahme des Antrags zwingt, wird es sehr wahrscheinlich dazu kommen, dass die TPD2 auf britischen Boden nicht weiter zur Anwendung kommen wird und somit auch nicht, dass deren unsäglichen Regelungen in Bezug auf die E-Zig angewendet werden

In diesem Fall stünde die EU ziemlich unter Druck, denn auf der einen Seite müsste die EU Strafen für die Nichtumsetzung von UK einfordern. Auf der anderen Seite aber würde dies den Unmut vieler Britten gegen die EU weiter befeuern und dafür sorgen, das die ohnehin schon von der EU stark strapazierten Dampfer, so wie sich die Nutzer der E-Zigarette selber nennen, sich endgültig von der Union lossagen und zum Großteil für einen Brexit stimmen. Bei schätzungsweise 2,8 Millionen E-Dampfer in GB, ist das ein schweres Pfund. Auch dann sollten sich "nur" zwei Drittel der Dampfer für einen Brexit entscheiden. Diese könnten bei einem knappen Kopf an Kopf Rennen in der Tat für ein europäisches Desaster sorgen.

Europa muss demokratischer werden.

Die Europäische Union sollte baldmöglichst demokratischer werden. So wie jetzt kann es in der Union nicht weitergehen. Zu viele Bürger sind es Leid, dass an ihren Bedürfnissen vorbei regiert wird und Lobbyisten der Industrie maßgeblich Einfluss in der Gesetzgebung ausüben.

DS #Gesundheit