In Polen und im Baltikum sind die größten NATO-Manöver seit dem Kalten #Krieg ("Anakonda 2016") im Gange. Rund 31.000 Soldaten aus 24 Staaten nehmen daran teil. Die Gruppierung der NATO-Truppen bilden hauptsächlich US-amerikanische (10.000 Militär) und polnische (12.000 Mann) Soldaten. Ein Teil der polnischen Bevölkerung befürchtet nun, dass Russland sich einschaltet.

Unsere Vorfahren kämpften heldenhaft in vielen Verteidigungskriegen für unsere Freiheit, sowie die von fremden Völkern. Polen und Ungarn galten mehrere Male als Schutzwehr Europas. Die Bedeutung dieser historischen Rolle soll nicht unterschätzt werden. Trotzdem soll jeder die Augen und seinen Verstand (auch bei dieser Rolle) offen halten, wenn man sie erfolgreich spielen will. Sonst stellt sich die Frage, ob diese Politik eine günstige Entwicklung nehmen wird, oder schon bald zu einer nationalen Tragödie wie in Syrien führt?

Wer provoziert wen?

Die größte Militärübung auf polnischem Boden seit drei Jahrzehnten ist "gegen hybride Bedrohungen" geplant und richtet ihre Speerspitze gen Osten. Dies und die gleichzeitige Durchführung des NATO-Großmanövers Saber Strike, bei denen die NATO-Truppen die Verlegung von Gerät und Personal über Deutschland ins Baltikum üben, geht den Russen auf die Nerven. Das Gespräch ist ein Beispiel dafür:

Einen "Ernstfall" gegen Russland zu üben, ist bestenfalls ein Irrtum, so Putin. Er entschuldigt sich kaum. Er greift an.

 

Die Beendigung dieser Anakonda-Miltärübung wird sicher nicht das Ende der Spannungen zwischen der Nato und Russland sein. Es wurde sonneklar, dass die USA selbst auf dem Gebiet der hybriden Kriegsführung in Syrien experimentiert. Einige neueste Erklärungen der hochrangigen Verterer der Nato und der US-Regierung deuten darauf hin, dass versucht werden könnt, die russische Marine auf der Halbinsel Krim zu blockieren. Bei uns in Polen wird im Zusammenhang damit immer öfter angemahnt, dass die ersten Schüsse der beiden Weltkriege auf unserem Boden fielen.

Der neue Prophet in Polen: „Die angelsächsichen Großmächte sind unser Unglück!“

Anakonda 2016 wurde an ihren zweiten Tag durch tragische Unfälle begleitet. Zuerst wurde ein Zivilist schwer verletzt als sein Personenkraftwagen mit einem Militärtransporter der US-amerikanischen Soldaten zusammenstieß. Der polnische Pkw-Passagier ist tot. Die beiden Lkw-Fahrer blieben unverletzt. Ein paar Stunden später hat sich ein polnischer Fallschirmjäger bei seinem Fallschirmsprung beide Beine gebrochen. Manchmal erhalten kleine Begebenheiten Symbolkraft.

So wurde das auch durch den Volkstribun und Prophet Aleksander Jabłonowski geschildert. Er bewegt sich demonstrativ unbewaffnet, aber im vollen Kampfanzug, mit einem großen silbernen Adler auf der Mütze. Er ist einer der Offiziere des Eidechsenbundes, der Militärorganisation des Nationalradikalen Lagers. Auf die angelsächsische Oberschicht sei kein Verlass, denn sie möchte mit Hilfe Polens gern einen möglichst langen und blutigen Krieg gegen Russland, nur um die ganze Welt zu beherrschen. Durch eine Abmachung mit Deutschen und den Russen könnte das polnische Volk bessere Ergebnisse erzielen, so Jablonowsky. Seine Video-Botschaften auf YouTube wurden durch etwa 1 Million seiner Landsleute aufmerksam verfolgt.

Es gibt auch andere Propheten und Aufklärer, die auf diese Art und Weise ganz düstere und zugleich moderat russenfreundliche Ansichten verbreiten. Die Zahl ihrer Anhänger wird immer größer. Meiner bescheidenen Meinung nach bilen die verschiedenartigsten Putinversteher etwa 25 bis 40 Prozent der heutigen polnischen Gesellschaft. Das ist die Hauptursache warum von der Willkommenskultur für die US-amerikanische Soldaten in Polen nur wenig übrig geblieben ist.

#Wladimir Putin