Die PiS-Regierung will die Armee mit 35 Tausend Paramilitärs verstärken. Ab September sollen die ersten der geplanten 17 Brigaden dieser neuen Milizarmee an der Ostgrenze tätig werden. Jede der 16 polnischen Woiwodschaften soll über eine eigene Milizbrigade verfügen. In der Woiwodschaft Masowien sind sogar zwei geplant. Niemand macht ein Hehl daraus, dass diese Hilfstruppen der polnischen Streitkräfte als Antwort auf die von Russland ausgehende Gefahr eines "hybriden Krieges" gedacht waren. Schließlich herrscht seit den Ereignissen im Donezk-Becken die Angst (oder ist das nur die Angstmacherei?), dass sich so etwas auch in Polen abspielen könnte. Im Verteidigungsministerium in Warschau soll es Pläne geben, diese Kräfte auch gegen andere Bedrohungen, wie etwa die Masseneinwanderung, einzusetzen. Eine nicht öffentlich genannte Anzahl der „Freizeitpartisanen” nahm sogar am großen Nato-Manöver Anakonda teil

Trotzdem es ist meine Pflicht als Publizist aus einem, auch in dieser Hinsicht, tief gespaltenem Land zu berichten. Die Spaltung verwundert kaum. Wir Westslawen sind seit jeher tief gespalten. Erst die eindeutige und massive Bedrohung für unser nationales Forbestehen rückt die nationale Einheit bei uns in den Vordergrund.

Schutzformationen Kaczynskis?

Seit dem vergangenen Herbst regiert bei uns in Polen die Partei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS). Sie wird im deutschsprachigen Raum meistens als national-konservativ bezeichnet. Praktisch genommen es handelt es sich bei dieser Partei um eine seltsame Mischung aus Sozialismus, Klerikalismus und rechtem Gedankengutes. Vor allem aber sind in der PiS-Ideologie die Einflüsse des US-amerikanischen Neokonservatismus spürbar. Das macht die Aktivisten der "Recht und Gerechtigkeit" zu erbitterten Feinden Russlands. Daher musste eine solche Partei an der Macht zwangsläufig zu neuen Spannungen zwischen Moskau und Warschau führen. Dabei ist das Weltbild der PiS in der polnischen Mittelschicht weit verbreitet.

Mitglieder der Schützenverbände müssen die Waffen und Munition für ihren "Schießsport" selbst kaufen. Paramilitärs, die sich als Hilfstruppen der regulären polnischen Armee ins Register eintragen lassen, sollen bald für ihre Tätigkeit umgerechnet rund 100 Euro monatlich bekommen. Doch das ändert nichts am Wesen der Sache; man muß wohlhabend sein, um sich eine AK-47 inklusive der Kampfausrüstung leisten zu können. Und wer ist in Polen seit der Wende wohlhabend? Vor allem Leute, die dank des Importgeschäftes mit dem Abendland und dem Fernen Osten (Seegüter aus Rotterdam, Europoort) zu Reichtum gelangen. Meiner bescheidenen Meinung nach befürchten sie, dass eine prorussische Regierung in Warschau ihr lukratives Geschäft unterbinden könnte.

 

Waffenschein wird immer begehrter

Sobald wird jemand zum vollständigen Mitglied eines Schützenvebandes, bekommt er sofort einen Waffenschein. Noch werden die Schußwaffen zwar auf dem Übungsgelände gelagert, allerdings gibt es bereits Pläne des Verteidigungsministeriums, dass die Paramiltärs diese auch zu Hause aufbewahren. Für andere Bürger ist es sehr schwer sich auf dem legalen Wege Schußwaffen zu kaufen und zu besitzen, da die Polizei darf jede Anfrage auf einen Waffenschein ohne jegliche Begründung ablehnen. Und die blutigen Raubüberfälle sowie Entführungen sind in Polen keine seltene Erscheinung mehr.

Nicht auf die Russen schießen, auf wen denn dann?

Das einzige nennenswerte Gegengewicht gegen die Russenfeinde in der polnischen Schützenbewegung, sind die. Anhänger des umstrittenen polnischen Politikers Korwin-Mikke und des Nationalradikalen Lagers.

Die Mitglieder der bewaffneten Organisationen der polnischen Rechten sind überzeugt davon, dass die Islamisierung des Abendlandes eine reale Bedrohung darstellt. Sie wollen auf den Moment vorbereitet sein, in welchem die Oder-Neiße-Grenze keine Friedensgrenze mehr ist. #Krieg