Nach der zurückliegenden Finanzkrise hat das Thema "Bandenaufsicht" eine andere Beachtung und #Wahrnehmung erfahren. Nicht nur in der Öffentlichkeit im allgemeinen, auch unter den mit der Aufsicht betrauten Experten. Derzeit scheinen sowohl die permanente Überarbeitung der Regeln als solche, wie auch die Gewichtung der aus den einzelnen Geschäftsfeldern der Banken drohenden Risiken nur eine Richtung zu kennen - "Die Verschärfung".

Was aber trotz der notwendigen Aufarbeitung der Zügellosigkeit sowie des Überschreitens des moralischen Kontextes nicht aus dem Blick geraten darf, ist, dass die EU im Allgemeinen und Deutschland im Speziellen vom weltweiten Handeln in Form von Export massgeblich partizipieren.

Neue Richtlinien, die die Qualität der Kundenberatung stärken sowie die Verankerung von Regularien und deren Durchsetzung im Investmentbanking, waren notwendig und sind nachvollziehbar und verständlich. Aber das generelle Bedürfnis der Firmenkunden, nicht nur der Global Player, sondern auch der überwiegenden Zahl der mittelständischen Betriebe, dürfen in der Folge sich immer weiter verschärfenden Regeln und der damit verbundenen Auswirkungen auf das Geschäftsmodell der Banken nicht aus dem Blick geraten.

Ein breit ausgelegtes Geschäftsmodel der jeweiligen Hausbanken ist im Interesse der exportierenden Betriebe und Konzerne. Ein gesundes und integeres Bandensystem wettbewerbsnotwendig im Rahmen der immer globaler agierenden Wirtschaft.

Im Bewusstsein sollte wieder eine Rückbesinnung Raum greifen, dass nach der notwendigen Aufarbeitung der manigfaltigen Missstände im Bankensystem ein seriöses Bankwesen der Wegbereiter für den grenzüberschreitenden Handel im Allgemeinen war.

Im heutigen gesellschaftlichen Blick stehen wir an der Weggablung, dass das klassische Bankgeschäft zunehmend mit branchenfremden Anbietern konkurriert. Ob Consumer- oder Autofinanzierung bis hin zur Abwicklung von klassischem Zahlungsverkehr.

Nicht das Dogma für oder die Furcht dagegen sollte unsere Entscheidungsfindung bzw. unser Handeln bestimmen. Noch sollte es Richter über die Zukunft des Bandensystems sein.

Wir sollten uns daran erinnern, dass gerade das tiefe Vertrauen in den ehrbaren Banker seinerzeit gleichgesetzt war mit dem Beichtgeheimnis des Priesters und dem Arztgeheimnis. Bankgeschäfte basierten auf dem Vertrauen in die Ehrbarkeit der beiden Partner. Dem Banker als Vertreter seiner Bank und dem Kunden.

Auch oder gerade trotzt der Transformation in das digitale Zeitalter sollten der vertrauensvolle Umgang mit dem Gut Kundenbeziehung und aller damit einhergehenden Details (in Form der Detaildaten) nicht für das schnelle Geschäft geopfert werden.

Auch sollte die Auswahl des Geschäftspartners aus Kundensicht nicht vorschnell zum reinen Vergleich der Konditionen reduziert werden. Ehrbarkeit, ein kaum mehr wahrnehmbarer Geist sollte auch heute noch präsent sein. Ob in der Gegenwart oder Zukunft. Nichts ist kostbarer wie das Vertrauen und die Verlässlichkeit in den Geschäftspartner.

Ansonsten ist die fortschreitende Digitalisierung im Bereich der Bankgeschäfte eine Aufkündigung der Ehrbarkeit in einem so sensiblen Lebensbereich.

Das Kundenbedürfnis darf weder dem Selbstzweck der Bankenaufsicht noch der Transformation in die Digitalisierung entgegenstehen. Er sollte das Zentrum der Bestrebungen bilden. #Kundenbedürnis #Kundenbeziehung