Die Entscheidung des EU-Parlaments am Donnerstag, die Beitrittsverhandlungen für die Türkei, wegen unverhältnismäßigen Repressionen gegen Oppositionelle, ruhen zu lassen, hat Ankara erbost und jetzt droht #Erdogan Europa mit einer Flüchtlingsschwemme: „Wenn Sie noch weiter gehen, werden die Grenzen geöffnet“, soll Erdogan laut Spiegel-Online gedroht haben.

Noch deutlicher soll Ministerpräsident Binali Yildirim geworden sein. "Wir sind einer der Faktoren, die Europa beschützen. Wenn #Flüchtlinge durchkommen, werden sie Europa überfluten und übernehmen." Das jedenfalls vermeldet Bild-Online.

Die Bundesregierung scheint eher entspannt. „Die EU-Türkei-Vereinbarung ist ein großer Erfolg.“ Die Fortsetzung des Abkommens sei „im Interesse aller. Drohungen helfen nicht weiter“, wird die Vize-Regierungs-Sprecherin Ulrike Demmer zitiert. „Wo es Schwierigkeiten gibt, müssen wir miteinander reden und diese ausräumen."

Werden ständige Drohungen langweilig?

Auf Twitter wird Erdogans Drohung unter anderem schwarzem Humor kommentiert: „#Erdogan droht mit Grenzöffnung. #Trump hatte auch lange genug die Aufmerksamkeit der gesamten westlichen Welt“, zwitschert die ZDF-Heute-Show. „Erdogan droht mit der Grenzöffnung für Flüchtlinge, aber können wir so viele Türken aufnehmen?“, fragt sich Poldi von Oldie. Ein anderer schreibt: „Es wird langweilig, Herr #erdogan. Kommen die Drohungen jetzt täglich, wann das nächste Ultimatum? #eu #türkei

Erdogan kann sich nicht leisten den europäischen Markt zu verlieren

Fakt ist: Die Türkei hat rund drei Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen und ist eines der Haupttransitländer für Migranten aus Asien und Afrika nach Europa.

ZDF-Korrespondent Stephan Hallmann schätzt die Lage trotzdem nicht dramatisch ein. „Erdogan gibt den starken Mann am Bosporus.“ Tatsächlich wolle er vor allem die nationalistische Wählerschaft vor Ort beeindrucken, die er dringend brauche. Schon lange glaube hinter den Kulissen keiner mehr an einen baldigen Türkei-Beitritt in die EU.

Aber den europäischen Markt vor der Haustür werde der türkische Staatschef nicht aufs Spiel setzen. Erdogan werde die Zollabkommen nicht riskieren, so Hallmann bei ZDF-HEUTE. #Europäische Union