Eine Wohltätigkeitsorganisation warnte, dass Mädchen überall in England zu "Partys" gebracht werden, bei denen sie einer #Beschneidung unterzogen werden.

Die Black Health Initiative in Leeds sagt, dass dafür speziell Beschneiderinnen aus Afrika eingeflogen werden, um die illegale Praktik auszuführen.

Die Polizei von West Yorkshire sagte, dass sie von Mädchen wissen, die beschnitten wurden.

Die neuesten Zahlen der Gesundheitsbehörde zeigen, dass in England über 8.000 Frauen als Beschneidungsopfer identifiziert wurden.

Verboten aber nicht haram

Die weibliche Beschneidung ist in Großbritannien illegal und wird mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft. Sie wird von der Weltgesundheitsorganisation als teilweise oder völlige Entfernung der äußeren weiblichen Genitalien beschrieben, für die es keine medizinische Begründung gibt.

Heather Nelson, die Leiterin der Black Health Initiative sagte:

"Wir wissen, dass hier in England Partys veranstaltet werden, in West Yorkshire haben wir letztens eine aufgelöst und wir haben eine weitere im Vorfeld verhindert. Mittlerweile ist es so, dass während die Mädchen früher für die Prozedur ins Ausland geflogen wurden, so werden die Beschneiderinnen inzwischen eingeflogen, um mehrere Mädchen gleichzeitig zu beschneiden, was dann mit einer Feier abgerundet wird."

Die Hilfsorganisation sagte, dass sie letzte Woche einen Hinweis von einer Schule in Leeds bekamen, wo es ein 8 Jahre altes Mädchen gab, von dem sie dachten, es würde die Schule schwänzen. Frau Nelson sagte:

"Tatsächlich kam sie nicht mehr in die Klasse, weil sie eine Stunde lang auf der Toilette brauchte, so extrem waren ihre Schmerzen.

Die Leute sagen, warum ruft ihr nicht die Polizei, wenn ihr von so einer Party hört? Wenn man aber die Polizei anruft, dann wird man feststellen, dass kaum ein Beamter weis, worum es sich bei der #Genitalverstümmelung handelt."

Die Polizei von West Yorkshire sagte, ihnen sei bekannt, dass Frauen und Mädchen in Yorkshire beschnitten werden. Russ Foster von der Polizei sagte:

"Wir machen alles in unserer Macht stehende, um das Problem zu bekämpfen und es ist elementar, dass unsere Partner weiterhin zusammenarbeiten, um den Unterschied zu machen."

Die Polizei sagte auch, dass sie keine "spezifischen Informationen" hätten von geplanten Genitalverstümmelungspartys.

Je bereicherter, desto beschnittener

Die Gebiete in England mit den meisten bekannten Beschneidungsopfern sind Birmingham, Bristol, London und Manchester. Fatima aus Sheffield wurde im Alter von 10 Jahren beschnitten, als sie in Afrika lebte.

"Eines Tages kam meine Tante zu unserem Haus, um mich dorthin zu bringen, wo man beschnitten wurde und als wir dort waren, haben mich fünf Frauen runtergedrückt.

Danach bekam ich eine Infektion, was bedeutet, dass ich keine Kinder haben kann.

Ich fühle mich nicht wie eine Frau, weil ich nichts fühlen kann. Tagtäglich denke ich daran und es macht mich sehr wütend."

Ein vor kurzem vom Innenausschuss veröffentlichter Bericht besagt, dass es ein "nationaler Skandal" sei, dass in Großbritannien noch nie jemand erfolgreich wegen der Beschneidung einer Frau verurteilt wurde.

Fast alle Frauen werden beschnitten

Es gibt keine endgültigen Zahlen darüber, wie viele Frauen in England im genauen beschnitten wurden.

Eine Studie von der Universität von London aus dem Jahr 2015 schätzt, dass es in England und Wales etwa 137.000 beschnittene Frauen gibt [etwa 2,5% aller Frauen im Einzugsgebiet, d.R.].

Gleichzeitig begann die Digitalabteilung des Gesundheitssystems im April 2015 mit einer Datensammlung über die Anzahl an Fraun und Mädchen, die in Kontakt mit dem Gesundheitssystem kommen und bei denen ersichtlich ist, dass bei ihnen die Verstümmelung durchgeführt wurde.

Diese Zahlen zeigen, dass 8,718 Frauen als Beschneidungsopfer festgestellt wurden, wobei 68 der Frauen sagen, die Prozedur an ihnen sei in Großbritannien vorgenommen worden.

Im Original: Charity warns of FGM 'parties' taking place in England (BBC.com) #Bereicherung