Das Maß ist voll. Die spanische Regierung muss etwas unternehmen, damit der Touristenstrom auf der Lieblingsinsel der Deutschen endlich eingedämmt wird. Jedes Jahr kommen mehr als 10 Millionen Gäste auf die Baleareninsel, die mittlerweile mehr darunter leidet als profitiert. Die Straßen sind verstopft, Müllberge türmen sich und der Geräuschpegel ist so groß, dass die Einheimischen nicht mehr schlafen können.

Mallorca ist zu voll: Die Regierung zieht die Notbremse

Damit sich die Touristenmassen nicht noch mehr vergrößern, will die Regierung drastische Maßnahmen einleiten. Man plant, die Zahl der Hotelbetten zu begrenzen.

Werbung
Werbung

Für die meisten Spanier ist dies ein längst überfälliger Schritt. Mittlerweile leidet die Insel erheblich. Die Hinterlassenschaften der Gäste sind alles andere als schön, auch an den Stränden sind die Müllberge unübersehbar. Aus Palma ist eine Stadt im Verkehrschaos geworden. Wer hier im Autostau steht, wird an deutsche Verhältnisse erinnert. Hinzu kommt ein im Sommer regelmäßig wiederkehrender Trinkwassernotstand, denn Wasser sparen ist kein Thema unter Feriengästen.

Ausufernde Bebauung verschandelt die Insel

Die Regierung möchte am liebsten noch dieses Jahr eine Höchstgrenze für Gästebetten festlegen. Sind die belegt, darf keiner mehr auf die Insel kommen. Mittlerweile gibt es nur noch in der Nebensaison freie Hotelkapazitäten. Leider möchten die meisten Urlauber #Mallorca in den Sommermonaten besuchen, obwohl sich genau zu dieser Zeit schon die Hälfte des gesamten Jahresansturms hier aufhält.

Werbung

Doch auf Mallorca Party machen, das ist offenbar nur im Sommer denkbar. Auch ältere Gäste und Familien besuchen die Strände bevorzugt in der Hauptsaison und scheinen sich nicht daran zu stören, eng gequetscht wie Ölsardinen in der Sonne zu braten.

Mallorca – extrem beliebt bei Urlaubern

Doch Entwarnung gibt es nicht. Aufgrund der höheren Terrorgefahr in bisher beliebten Urlaubszielen wie der Türkei steigt die Nachfrage nach Mallorca und dem spanischen Festland deutlich an. 2016 ist für Mallorca daher ein Rekordjahr. So wie Künstler Rekorde auf Instagram feiern, stellt Palma bei Feriengästen Rekorde auf.

Schon im Oktober war die Grenze von 10,5 Millionen Urlaubsgästen überschritten, wie die Berliner Morgenpost in ihrer Onlineausgabe berichtet. Spitzenreiter unter den Herkunftsländern ist nach wie vor Deutschland, gefolgt von England. Nur 1,1 Million Spanier bereisten die Insel dieses Jahr.

Feindseligkeit macht sich breit

Zwar kann man niemandem verbieten, Mallorca zu besuchen, doch der Unmut unter der spanischen Bevölkerung wird immer größer.

Werbung

Auch deshalb muss die Regierung etwas unternehmen. Langsam mehren sich touristenfeindliche Äußerungen. Würden wir in der Haut eines mallorquinischen Bewohners stecken, könnten wir das vielleicht auch verstehen.

Doch die behördlichen Schritte haben auch ihre Schattenseiten, denn nun floriert der Schwarzmarkt, so wie es immer geschieht, wenn etwas von oberster Seite begrenzt oder verboten wird. Im privaten Bereich sollen mehr als 100.000 Betten verfügbar sein. Aus diesem Grund will man Internetplattformen zur Vermittlung von Privatunterkünften verpflichten, ausschließlich offizielle Angebote zu unterbreiten. Wer sich nicht daran hält, dem drohen empfindliche Strafen.

Man kann die Regierung der Balearen nur wünschen, dass sie dieses Gesetz durchbringt. Schließlich ist es für uns alle ein Vorteil, wenn Mallorca zumindest einen Teil seiner natürlichen Schönheit bewahren kann.

Auch interessant: #Urlaubshochburg #Massentourismus