Die Nachkommen der westpreußischen Bauern und hauptsächlich sächsischer Handwerker kamen während des Ersten Weltkrieges mit ihrem Herkunftsland auf eine verhängnisvolle Art und Weise wieder in Berührung. Um es kurz zu fassen: die von ihnen gegründete Industrie des Russich-Polens fiel dem kaiserlich-deutschen Raubüberfall zum Opfer. Die Bauern mussten den Besatzern den Grossteil ihrer Ernte für eine niedrige Bezahlung abgeben, und trotzdem auch die Flüchtlingsfamilien aus den ausgeraubten Städten ernähren. Am Ende hatten sie alle ihre reichsdeutsche Landsleute satt. Die Auferstehung eines unabhängigen Polens wurde von ihnen meistens in eifriger Weise willkommen.

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Der neue demokratische, polnische Staat wurde zum Hoffnungsträger für eine bessere Zukunft

Und sie kämpften heldenhaft gegen bolschewistische Invasoren für ihr polnisches Vaterland. Sie hatten auch ernste religiöse Gründe dafür. Sie wollten ihre evangelisch-lutherische Kirche bewahren und nur die polnische Toleranz konnte ihnen das sichern. Infolgedessen war die Mehrheit ihrer Pfarrer, um mit August Utta zu sprechen, "polnisch gesinnt“. Aufgrund all dieser Umstände wollten die Polendeutschen ausserdem nur ihre deutschen Sprachkenntnisse bewahren und verbessern. Die Mehrheit der deutschsprachigen Volksschulen wurde polnisiert; Polnisch wurde dort die Unterrichtssprache, mit etwa fünf Stunden Deutschunterricht in der Woche. Auch viele sprachlich und national gemischte Grundschulen sorgten für das gründliche Erlernen der polnischen und hochdeutschen Sprachen bei deutschsprachigen Kindern.

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Die nationalistisch geprägte Regierung in Warschau bildeten Leute der Hochkultur

Paradoxerweise war der Besitzstand der nationalen Minderheiten beim Schulwesen usw. in #Polen so lange garantiert, wie die polnischen Nationalen bei der Regierungsmacht in Warschau blieben. Als Anhänger der Rechtsstaatlichkeit wollten sie die Bestimmungen des internationalen Minderheitenschutzvertrages beibehalten. Sie haben Entscheidungen getroffen, die zahlreichen nationalen Minderheiten durch milde und gerechte Behandlung mit dem polnischen Staat als Garant der freiheitlichen Ordnung auf Dauer zu binden. 1926 wurde aber ihre demokratisch gewählte Regierung durch einen Militärputsch gestürzt.

Das Aufblühen der deutschsprachigen Mittelschulen wurde durch ihre Gegner unterbrochen

Die polnischen Nationalen haben den Polendeutschen erlaubt, viele wunderbare deutschsprachigen Mittelschulen zu gründen. An einigen Ortschaften besuchten diese auch polnische Jugendliche, die Deutsch lernen wollten. Doch im Jahr 1930 haben die ziemlich liberal gesinnten, zivilen polnischen Protestanten die Sanatoren-Regierungen zu führen aufgehört.

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Das Regime Pilsudskis hat das Parlament brutal aufgelöst.

Er versuchte seitdem alle seine Ziele mit Zwang und Verbot zu erreichen. Anderseits waren an vielen Ortschaften die nationalen Minderheiten eindeutig polenfeindlich gesinnt. Die irredentistische Tätigkeit der ehemaligen Reichsdeutschen in Pomerellen und Oberschlesien, die zu dieser Zeit sogar alle Merkmale der Spionage trug, wurde ohne an Folgen zu denken geführt. Im Rahmen der Vergeltungsmaßnahmen wurde das deutschsprachige Schulwesen stufenweise abgeschafft.

Die Lage verschlechterte sich immer mehr

Die Entdeutschungspolitik der Wojewoden wurde infolge der Kündigung des deutsch-polnischen Nichtangriffspaktes durch Hitler (April 1939) wesentlich verschärft. Die Deutschen waren aus vielen Betrieben gefeuert worden und mittellos geblieben. Die Wirtschaftskrise in Polen war damals so oder so immer noch akut. Die Textilindustrie in Lodsch arbeitete, infolge der mangelnden Kaufkraft der Gesellschaft, nur etwa zwei Wochen pro Monat. Der daraus folgende Flüchtlingsstrom ins Dritte Reich wurde von Goebbels ausgenützt, um zu behaupten, die Deutschen würden in Polen schon zu Tausenden ermordet. So etwas war aber ein seltener Fall und die Todesopfer zählte man in Dutzenden. Und trotzdem haben die Polendeutschen ihr polnisches Vaterland nicht zu lieben aufgehört. #Geschichte