Dabei hat die Dänische Volkspartei, der Hauptfeind von Migranten ihren Eifer deutlich gesenkt und bildete eine Koalition mit den regierenden Liberalen von „Venstre“ (Danmarks Liberale Parti). Aber so ist das in der Natur. Ein Vakuum wird sofort gefüllt, und die Rolle von Verteidigern des traditionellen Europa haben die „neue Rechte“, die „Neue Bürgerpartei“ schnell übernommen. Das ist eine im Moment rein zahlenmäßig noch kleine politische Vereinigung, in der es eigentlich nur dreitausend Mitglieder gibt, geführt von den ehemaligen Mitgliedern der „Dänischen Volkspartei“ Pernille Vermund und Peter Christensen. Ihre politische Karriere bei der „Dänischen Volkspartei“ hatte nicht geklappt und heute beschimpfen sie ihre ehemaligen Kollegen dafür, dass sie sich an das europäische Establishment verkauften und versprachen den Dänen eine „wahrhaft konservative Agenda“.

Werbung
Werbung

Der „Neuen Bürgerpartei“ ist es schnell gelungen, zwanzigtausend Unterschriften von Wählern zu sammeln, was es ihnen ermöglicht hat, im Folketing (Parlament) im Jahr 2019 und bei den Kommunalwahlen bereits im November 2017 zu kandidieren.

Während Christensen mitreißende Reden auf Meetings zelebriert und den Kontakt mit den Verbündeten in Europa pflegt, dann ist Pernille Vermund zum Gesicht der „Neuen Bürgerpartei“ geworden. Die blauäugige Blondine mit nahezu perfekter Optik macht sich sehr gut auf den Titelseiten von Zeitschriften und im Fernsehen. Darüber hinaus hat sie eine rührende Biographie, fast wie in einem Märchen von Hans-Christian Andersen,.

Vor ein paar Jahren wurde die 41-jährige Pernille Vermund von ihrem Mann verlassen. Die alleinerziehende Mutter musste die Politik (Dänische Volkspartei) zur Seite legen und sich voll und ganz der Erziehung ihrer drei Söhne widmen.

Werbung

Bald jedoch hatte sie verstanden, dass sie nicht mehr länger schweigen kann, ging zurück in die Politik und gründete ihre eigene Partei. In Abwesenheit von Sponsoren verdiente Pernille Vermund Geld für die Partei selbst und eigenhändig und noch vor Kurzem war sie gezwungen, in einem Café als Kellnerin in Teilzeit zu arbeiten.

Sie wird manchmal auch als die „Dänische Le Pen“ genannt. Von Einigen positiv, von den Anderen mit Feindseligkeit.

Die „Neue Bürgerpartei“ fördert die traditionelle Tagesordnung für modernen europäischen Nationalismus: Die Beendigung der Aufnahme von Flüchtlingen, eine Rückbesinnung auf die dänischen Werte und das Verbot von Hijabs. Darüber hinaus verlangen sie von den Migranten zu arbeiten und nicht von Sozialhilfe zu leben.

Aber im Allgemeinen ist ihr ökonomisches Programm anders. Die Partei will ein Ende mit dem skandinavischen Sozialismus in #Dänemark. Insbesondere beantragt sie die Steuern so radikal zu verringern, dass der Staatshaushalt es einfach nicht fertigbrächte weiterhin den sozialen Bereich zu finanzieren.

Werbung

Dabei schlägt Pernille Vermund vor, ganz auf die Steuer für Kapitalgesellschaften zu verzichten, was nichts Anderes heißt, als dass sie in Dänemark ein kleines nettes Offshore, einen perfekten Wohnort für große transnationale Gesellschaften nach dem Zusammenbruch der Europäischen Union herrichten will.

Der wichtigste Punkt der Tagesordnung der „Neue Bürgerpartei“ ist der Austritt Dänemarks aus der EU und Kurs auf die Annäherung zu Großbritannien.

Historisch gesehen war das dänische Königreich einst fast ein Vasall von Deutschland. Sie hatten jene Beziehungen, die leicht an die Beziehung zwischen Russland und den baltischen Staaten erinnern. Unter Hitler stellte Dänemark den Rekord für die Geschwindigkeit der Übergabe seiner Truppen an die Truppen des Deutschen Reichs auf: Der dänische Widerstand dauerte genau zwei Stunden. Trotzdem wurde Dänemark nach dem Krieg als bedauernswertes Opfer des faschistischen Regimes anerkannt und bis 1983 erhielt es von Deutschland Reparationen. Aber das hinderte dänische Politiker nicht, von Zeit zu Zeit von Berlin neue Entschädigung „für die heldenhaften Leiden des dänischen Volkes“ zu verlangen.

<< zurück zu Teil 1 -- weiter zu Teil 3 >> #Europäische Union #Flüchtlinge