... Der "Spiegel" veröffentlichte einen Artikel von vier deutschen Politikwissenschaftlern, Gunther Hellmann, Carlo Masala, Frank Sauer und Reinhard Wolf mit dem Titel: "Deutschland braucht keine #Atomwaffen", in dem sie mit völkerrechtlichen Argumente die These begründeten, dass die Schaffung der eigenen Nuklearwaffen Deutschland nur schaden würde. Aber zur gleichen Zeit räumten die Autoren ein, dass in dem Fall, "falls die Vereinigten Staaten den nuklearen Schutzschirm über Europa tatsächlich in Gänze zuklappen sollten", es notwendig sein würde, darüber nachzudenken, „wie die nationalen Atomwaffenarsenale Frankreichs und Großbritanniens gegebenenfalls Teil einer europäischen Abschreckungsstrategie werden könnten“.

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Obwohl Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) im Interview mit der "Welt am Sonntag" sich einverstanden erklärte, dass die EU und Deutschland insbesondere ihre Kampfkraft erhöhen müsse, lehnte er jedoch jede Diskussion über die Schaffung eines nuklearen Potentials der EU ab. Der Meinung Peter Altmaiers nach, ist die Präsenz von US-nuklearen Potentials in Europa keine "Gnade", sondern dient auch den Zielen des Schutzes Amerikas vor einer möglichen nuklearen Bedrohung. (Artikel "Amerika wird uns nicht den Rücken zukehren").

Diskussion über die Erschaffung eines nuklearen Potenzials in Deutschland wurde auch in diesem Jahr fortgesetzt

Allerdings war das Thema, das wie Kohler formulierte, "früher völlig undenkbar für das deutsche Bewusstsein gewesen wäre" somit geöffnet und die Diskussion über die Erschaffung eines nuklearen Potenzials in der EU und sogar in Deutschland wurde auch in diesem Jahr fortgesetzt.

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Im Januar rief der Politologe Maximilian Terhalle in einer Publikation im „Tagespiegel“ angesichts der „Bedrohung durch Putins Russland“ die seiner Meinung nach, „in einem strategischen und konventionellen Ungleichgewicht, das beim Wegfall der (US-Amerikanischen) Abschreckung entstünde“ wieder "zur Gründung eines deutschen nuklearen Potentials auf". (Artikel "Deutschland braucht Atomwaffen").

Faktor Donald Trump

Anfang Februar wurde die Möglichkeit von Kernwaffen in der EU oder Deutschland auf dem Ersten Kanal des deutschen Fernsehens in der Sendung "Panorama" diskutiert. Dabei wies der eine der Kommentatoren, der als Experte auftrat, W. Kühn vom Institut für Forschung der Probleme der Welt- und Sicherheitspolitik, darauf hin, dass die Frage der eigenen deutschen oder europäischen Atomwaffen ist nicht komplett absurd sei: "Sollte sich in den nächsten Jahren die Sicherheitslage in Deutschland und Europa deutlich weiter negativ verändern, sprich Russland weiter den Frieden in Europa bedrohen und die Amerikaner sich gleichzeitig zurückziehen, dann möchte ich nicht ausschließen, dass man auch in Deutschland damit anfängt, darüber nachzudenken, wie man sich wirklich verteidigen muss."

Der Direktor des Global Public Policy Institute (GPPi) in Berlin und der Experte für Sicherheitspolitik Thorsten Benner nahm am 10.

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Februar in seinem Kommentar auf den Seiten „Wirtschaftswoche“ als Ausgangspunkt dieselben zwei Thesen über das mögliche Abtreten der Vereinigten Staaten von ihren Verpflichtungen im Bereich Sicherheit und über die potenzielle Bedrohung aus Russland. Danach wies er darauf hin, dass deutsche nukleare Waffen nur „der Letzte Schritt in dem Fall, wenn die Euro-Atlantischen Union völlig auseinander fällt“ sein könnten. Benner behauptet auch, anlehnend an das Interview von Kaczynski, dass "der nukleare Regenschirm" der Europäischen Union derzeit nur eine illusorischen Idee sei, jedoch dabei empfiehlt, nicht nur die militärische Zusammenarbeit mit Großbritannien nach seinem Austreten aus der EU beizubehalten, sondern rät der Regierung in Deutschland nach der Präsidentenwahl in Frankreich Verhandlungen mit Paris über eine engere Zusammenarbeit im Bereich der Kernenergie zu beginnen. Laut Benner ist „Entscheidend jedoch unser Verhältnis zu Frankreich und seiner force de frappe“. (Artikel "Germany´s Necessary Nuclear Debate").

Hier geht es zu Teil 3 >>> #Supermacht #Europäische Union