Aber der erste Schritt ist getan, und das bisherige außenpolitische "Tabu" ist in Deutschland keines mehr. Ein Prozess des Umdenkens.

Das offizielle Berlin nimmt an dieser Debatte nicht teil und das obige Interview von Kanzleramtschef Peter Altmaier ist vielleicht die einzige Ausnahme. Auf der Pressekonferenz am 8. Februar weigerte sich der Vertreter der deutschen Regierung, die Aussage von Kaczynski über die Transformation der EU zur atomaren #Supermacht zu kommentieren und stellte fest, dass „es keine Pläne zur nuklearen Bewaffnung in Europa unter Beteiligung der Bundesregierung gibt“. Doch die neue stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass in diesem Prozess des Umdenkens, in dem sich die #Europäische Union heute befindet, Fragen der inneren und äußeren Sicherheit einen zentralen Platz einnehmen.

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Zusammen mit der Aussage von Kaczynski gibt es einige Gründe anzunehmen, dass im Kontext der aktuellen Diskussion über die Reform der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP), die Frage über die EU - gemeinsame #Atomwaffen - diskutiert wird, vielleicht in den EU- Korridoren und es wahrscheinlich noch nicht wirklich konkrete Pläne gibt.

Bedrohung aus Russland und durch Trump

In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass der aktuelle Prozess der Stärkung der europäischen Verteidigungsfähigkeit noch unter der Regierung von Barack Obama begonnen hat, und viele der Entscheidungen, die heute in diesem Bereich getroffen und umgesetzt werden jene sind, deren Vorbereitungen in den Jahren 2012-2013 begannen, d.h. vor dem Beginn der ukrainischen Krise.

Der vorgebliche Faktor der "Russischen Bedrohung", der weitgehendst erst durch das künstliche Herbeireden und fortgesetzte Schüren für die EU-Länder in den letzten drei Jahren relevant geworden ist, hat diesen Prozess wirklich erheblich beschleunigt und ist dadurch schon zur wichtigsten treibenden Kraft geworden.

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Das gleiche kann man über die Wahl Mr. Trumps sagen, obwohl wir die Wirkung dieses Faktors bisher nur auf einem sehr kurzen Zeitabschnitt beobachten können.

Beide Faktoren sind heute weit verbreitet als die wichtigsten Argumente der Befürworter der Stärkung der Verteidigungsfähigkeit und der Forcierung der militärischen Integration der EU, wie man beobachten kann, darunter auch am Beispiel der Debatte über mögliche nukleare Fähigkeiten der EU oder Deutschlands. Aber weder die "russische Bedrohung", noch die Wahl des Herrn Trump sind die wichtigsten Ursachen jener Prozesse, die in der heutigen Zeit im Rahmen der GSVP und im Verteidigungsbereich in den einzelnen Ländern der europäischen Union stattfinden. In ihrem Mittelpunkt steht in erster Linie das Verständnis der auftretenden "tektonischen Verschiebungen" in der internationalen Politik und Wirtschaft und das Streben der EU, aktiv unterstützt von Deutschland, eine "strategische Autonomie" zu erreichen und in die Kategorie von vollwertigen globalen Großmächten zu gelangen.

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Der Besitz eines eigenen nuklearen Potentials ist ein wichtiger Bestandteil einer solchen "strategischen Autonomie".

Von diesem Standpunkt aus scheint eine Debatte über Atomwaffen der EU oder Deutschlands nicht so sehr das Ergebnis einer Panik zu sein, sondern ein durchaus verständlicher Schritt für die Unterstützer des Projektes „Nukleare Supermacht EU“, der darauf abzielt "das Undenkbare" in eine ganz normale "Debatte" kleinzureden, und zwar in die für sie im Moment bequemste: Der Faktor "Russische Bedrohung" wurde durch die Wahl von Donald Trump verstärkt.

Das Ziel wurde erreicht: das Thema „Deutsche Atomwaffen“ wurde auf den Seiten der führenden Zeitschriften und wichtigen Sendern diskutiert.

Auf jeden Fall befindet sich die Frage immer noch auf der Ebene von Diskussionen und bis sie auf die praktische Ebene ankommt, könnten Jahre benötigt werden.

Aber der erste Schritt ist getan, und das bisherige außenpolitische "Tabu" ist in Deutschland keines mehr.

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