„Die nationalkonservative Regierung Polens wollte die Wahl Tusks zum EU-Ratspräsidenten verhindern - und hat sich dabei endlos blamiert. Es war höchste Zeit, dass die EU der Arroganz und Dreistigkeit Polens etwas entgegensetzt,“ so ein ARD-Kommentar. Und weiter wird betont #Polen sei ein Land, das wie kaum ein anderes die Großzügigkeit der alten EU-Mitgliedsländer den neuen gegenüber ausnutzt. (Henryk Jarczyk, Schallende Ohrfeige für Polen)

Es ist doch sonneklar, dass solche Wortspiele bei dem polnischen Publikum nicht gut ankommen

Versteht sich etwa Deutschland wieder als Zuchtmeister Polens? Na wunderbar! Das ist eine Hilfe von unschätzbarem Wert für den "unheimlichen Machthaber Polens" Kaczynski.

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Denn ... So ziemlich ähnlich beurteilte die Haltung Polens die deutsche Presse während der NS-Herrschaft:

„Als im Frühjahr d. J. die mehr als maßvollen Forderungen des Führers an Polen mit der Mobilisierung des polnischen Heeres beantwortet wurden, standen jenseits der Ostgrenze des Reiches rund 90 000 polnische Landarbeiter bereit, um in Deutschland landwirtschaftliche Saisonarbeit aufzunehmen.“ („Deutsche Lodzer Zeitung“, 1. Okt. 1939, S. 12)

Und wo liegt der Hund begraben?

Wenn nun aus den linksliberalen Kreisen in Berlin und Brüssel verkündet wird, dass solche Länder wie Polen oder Ungarn mit der Durchsetzung ihrer „niemals definierbaren“ nationalen Interessen jeden Fortschritt in Europa verhindern wollen, da ... fragt man sich in Polen und Ungarn, ob dieser Fortschritt darauf beruht, dass in Deutschland die zufälligen Leute auf dem Bahnhof oder im Zug jederzeit mit Axt umgebracht oder verkrüppelt werden können.

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Da liegt das Problem

In seinem neuesten Fernseh-Interview hat der stellvertretende polnische Premierminister, der Kulturminister Piotr Glinski erklärt, Tusk habe seiner Regierung keine andere Wahl gelassen. Er habe in den Wintermonaten mehrmals versucht einen Staatsstreich in Warschau zu ermutigen. Auf diese Art und Weise würde er zum Hochverräter. Diese Meinung wird von den regierungsfreundlichen Massenmedien Polens sehr stark unterstützt. Tusk wird als Lakai Merkels Deutschlands, der das polnische Volk und seine berechtigte Interessen verachtet, bezeichnet.

Damit noch nicht abgetan! Tusk sei nicht nur ein Verräter, sondern der Mörder des 2010 tragisch verstorbenen polnischen Präsidenten. Mehrere Jahre lang wurde behauptet, die Russen hätten den Absturz der Tu-154 mit Staatspräsident Lech Kaczynski an Bord absichtlich verursacht. Seit geraumer Zeit aber verkündet man in Thorn, wo ein ehrgeiziger römisch-katholischer Priester an der Spitze dieser Massenmedien steht, die Russen wären wohl die Unschuldigen bei dieser ungeheuerlichen Verschwörung.

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Die verbrecherischen Befehle würden durch Tusk gegeben, der damals nur durch einen reinen Zufall nicht die beiden Gebrüder Kaczynski beseitigen konnte.

Eine dramatische Wende für Polen und Osteuropa?

Wenn Jaroslaw Kaczynski daran glaubt, dann setzt er alles auf eine Karte. Denn nur mit Hilfe Putins könnte er imstande sein, den linksliberalen Föderalisten in Brüssel die Parole zu bieten und an Tusk und seinen Anhänger Rache zu nehmen. Und er ist durchaus fähig sich mit Russland zu versöhnen. Als Antwort auf die zweite Amtszeit Tusks hat die Regierung in Warschau zwei Entscheidungen getroffen.

Erstens, die polnische Grenze zur Kaliningrad-Exklave wurde nach mehreren Monaten der strengen Sperrung wieder für die Zivilbevölkerung eröffnet. Zweitens, den Mitgliedern des russischen Motorradvereins Die Nachtwölfe wurde nun eine Fahrt mit Kranzniederlegungen an den Gräbern der sowjetischen Soldaten in Polen gestattet. Ich beabsichtigte von dieser womöglich schicksalschweren Entwicklung bald genauer auf Deutsch zu berichten. #Politik