Wie die "Welt" berichtet, urteilte das Bundesarbeitsgericht (BAG), dass Menschen, die wegen Kindesmissbrauchs angeklagt und verurteilt worden sind, von ihren Arbeitgebern geschützt werden müssen(!).

Kollegen wollten Kinderschänder nicht akzeptieren

Demnach muss ein wegen Kindesmissbrauchs verurteilter Straftäter nach dem absitzen seine Haftstrafe vor Anfeindungen seiner Arbeitskollegen in Schutz genommen werden.

In dem besagten Fall ging es um einen Hafenarbeiter in einem Bremerhavener Containerterminal . Der Mann saß eine mehrjährige Haftstrafe wegen sexuellen Missbrauchs seiner Stieftochter ab. Nach dem er einen Teil seiner Haft verbüßt hatte, wollte er als Freigänger an seinen Arbeitsplatz zurückkehren, seine Kollegen wollten das nicht akzeptieren.

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Daraufhin drohte ein Großteil der Angestellten zu streiken, falls die Firma den Mann nicht entlassen werde. Auch die Beschäftigten anderer Unternehmen drohten mit in den Streik mit einzusteigen.

Arbeitgeber darf ihm nicht kündigen

Zuvor hatte der Arbeitgeber zweimal erfolglos versucht den Mann zu entlassen. Bei der dritten Kündigung verwies er auf den Druck durch seine Angestellten. Ihm würden dadurch erhebliche wirtschaftliche Nachteile drohen, wenn die Beschäftigten streiken, führte er als Argumente an. Daher sprach er eine sogenannte Druckkündigung aus.

Arbeitgeber muss Sexualstraftäter schützen

Die Kündigung wurde von dem Landesarbeitsgericht in Bremen zunächst für wirksam erklärt. Das Bundesarbeitsgericht widersprach dem Urteil. Da für eine Druckkündigung sehr hohe Anforderungen notwendig wären.

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Wenn die Beschäftigten Druck ausüben, damit dem Kollegen gekündigt wird, müsse der Arbeitgeber dafür sorgen, dass die Mitarbeiter von ihrem arbeitsrechtswidrigen Handeln abgebracht werden.

Darunter zählt, dass der Arbeitgeber bei einer Streikdrohung seinen Beschäftigten mit Abmahnung, Entgeltkürzung oder gar einer Kündigung droht. Da laut dem Gericht, der Beschäftigte sich ja keiner Verletzung seines Arbeitsvertrags schuldig gemacht hat. Der Arbeitgeber müsse sich stattdessen schützend vor seinen Angestellten stellen.

Laut dem BAG, habe Arbeitgeber den Beschäftigten nicht die Rechtswidrigkeit ihrer Drohung und die daraus möglichen Folgen aufgezeigt. Zudem habe er nicht ausreichend dargelegt, inwiefern ihm wirtschaftliche Schäden drohen. Auch wenn Mitarbeiter von anderen Unternehmen ebenfalls damit gedroht haben ihre Arbeit niederzulegen, hätte der Arbeitgeber auf deren Vorgesetzte Einfluss nehmen können. Da der Arbeitgeber dies nicht gemacht habe, sei die Kündigung des Mannes unwirksam. #Deutschland #Kriminalität