Die Wahlen wurden zwar von den Liberalen gewonnen, das heißt denjenigen, die gegen die Unabhängigkeit Kataloniens sind, sie können aber nicht regieren, da die absolute Mehrheit im Parlament in Händen der separatistischen Parteien ist. Die Liberalen brauchen jemanden, mit dem sie eine Koalition bilden können.

Die Abgeordnete der Liberalen Bürgerpartei „Ciudadanos“, Inés Arrimadas García, sagte direkt nach der Abstimmung: „Eine Million einhunderttausend mutige Menschen haben der Welt heute eine Botschaft übermittelt. Nicht nur an die Katalanen, nicht nur an die Spanier, sondern auch an die ganze Welt. Die sozialistische Mehrheit Kataloniens fühlt sich katalanisch, fühlt sich spanisch, fühlt sich europäisch und so wird es auch bleiben“.

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Die absolute Mehrheit gewannen die Parteien, die für die Unabhängigkeit Kataloniens kämpfen. Nach der Zählung fast aller Stimmen erreichten die Separatisten zwei parlamentarische Sitze mehr, als für eine Mehrheit notwendig sind. Im katalanischen Parlament gibt es insgesamt 135 Sitze.

Streit der Separatisten verhindert eine Koalition

Die Separatisten sind seit Jahren unter sich zerstritten. Deshalb gelingt es ihnen nicht eine Koalition zu bilden, die ihnen ermöglicht zusammen zu regieren. Der Hauptkandidat und ehemalige Regionalpräsident Carles Puigdemont befindet sich im #Brüsseler Exil und hat offenbar keine Pläne, nach #Spanien zurückzukehren. Dennoch sagte er stolz auf einer Feier der Separatisten in Brüssel: "Meine Damen und Herren, die Republik #Katalonien hat die spanische Monarchie besiegt“.

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Puigdemont hatte im Voraus angekündigt, dass er als Wahlausgang nur den Sieg der Separatisten akzeptiert.

Rajoy ist in Madrid geschwächt, und was passiert nun?

Die Zentralregierung in Madrid hatte es sich ganz anders vorgestellt. Präsident Manuel Rajoy hatte Neuwahlen angeordnet, mit der Absicht, die katalanische Separatistenbewegung zu schwächen. Er schien sich der Sache sicher zu sein, dass die Separatisten bei Neuwahlen im katalanischen Parlament an Befürwortern verlieren würden. Auf diese Weise hätte er die politischen und sozialen Spannungen in der Region und in Spanien beruhigen können. Aber das Gegenteil ist passiert.

Die hohe Teilnahme an den Wahlen mit einem neuen Rekord von 81% ist ein klarer Beweis dafür, dass das Thema für die katalanischen Bürger von großem Interesse ist.

Es gibt viele Spekulationen bezüglich der Auswirkungen des Wahlausgangs auf Katalonien. Auf den ersten Blick scheint es möglich eine stabile Mehrheit zu bilden, mit der regiert werden könnte. Die Parteien, die eine Unabhängigkeit Kataloniens wünschen, sind aber nicht in der Lage sich für eine Koalition zu einigen.

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Die Streitthemen sind schwer zu überwinden. Zum Beispiel wie eine Trennung Kataloniens von Spanien verlaufen soll und in welchen Zeitraum. Selbst Carles Puigdemont war es nicht gelungen, die Separatisten vor den Wahlen zu vereinigen. Momentan kann der Ex-Regionalpräsident nicht zurückkehren, da noch ein Haftbefehl gegen ihn vorliegt.

Jetzt bleibt zwar nur noch übrig die Reaktion der Zentralregierung in Madrid abzuwarten. Viel Neues kann aber nicht aus Madrid kommen, weil die Verfassung eine Trennung verbietet.

Katalanische Wirtschaft leidet wegen politischer Unklarheit

Seit Monaten sind die wirtschaftlichen Folgen zu spüren, die mit der Abspaltung der katalanischen Gesellschaft einhergehen. Im Jahr 2017 gab es dreitausend Unternehmen, die die Region verlassen haben, um in Regionen mit mehr politischer Sicherheit zu gehen. Der Traum von politischer Klarheit und von Stabilität, der den Wahlergebnissen folgen sollte, scheint vollständig zu verschwinden. Die Wirtschaft hat lange vor den Wahlen gelitten und scheint sich nach diesem Wahlausgang nicht zu erholen.

Umsatzeinbrüche im Tourismus und im Einzelhandel wurden vor allem in diesem Jahr festgestellt. Die politische und soziale Unklarheit wird sich weiter auf die Wirtschaft auswirken. Die Unabhängigkeitsdebatte dürfte uns 2018 weiter beschäftigen. #katalunya #21-D #Wahlen21D