Laut Angaben der „Welt“ war im September 2013 eine Patientin des renommierten San Francisco General Hospital, direkt nach ihrer Einlieferung aus ihrem Bett verschwunden. Obwohl Klinik und Polizei nach der verwirrten Patientin suchten, wurde diese erst nach 17 Tagen zufällig im Treppenhaus aufgefunden – tot. Erst über ein Jahr später erhalten die Hinterbliebenen für jeden verschwundenen Tag 176.500 Dollar, also insgesamt 3 Mio. Dollar. Ein schwacher Trost für den Verlust eines geliebten Menschen.

Eigentlich war es nur ein Routinefall

Die 57-jährige Lynne Spalding wurde am 19. September 2013 wegen starker Unterleibsschmerzen ins General Hospital eingeliefert, sie habe seit Tagen wenig gegessen und wirkte gesundheitlich deutlich angeschlagen – eine akute Blasenentzündung soll der Grund dafür gewesen sein, also ein Routinefall. Die Ärzte verschrieben ihr Antibiotika und starke Schmerzmittel, Spalding kam daraufhin auf eine Station im vierten Stock, auf der noch vier weitere Patienten lagen. Die Klinik sagte, sie sei zu keinem Zeitpunkt in einem kritischen Zustand gewesen. Die Medikamente zeigten bald darauf ihre Wirkung, doch der Gemütszustand der Patientin erregte beim Klinikpersonal Aufsehen. Entgegen des Anratens ihrer Ärzte, stand Lynne Spalding mehrfach aus ihrem Bett auf, sodass das genervte Personal irgendwann die Alarmvorrichtung deaktivierte. Als Lynne Spalding weiterhin verwirrt auf der Station herumlief, wurde eine Krankenschwester angewiesen sie rund um die Uhr zu beobachten. Die schriftlich festgehaltene Aufforderung, die Patientin nicht aus dem Auge zu lassen, wurde angeblich missverstanden. Jedenfalls äußerte die betroffene Krankenschwester, sie habe „die Patientin nur beobachten“ sollen. Dass sie das allerdings rund um die Uhr tun sollte – davon hätte sie nichts gewusst.

Patientin verschwindet spurlos

Am 21. September nahm das Unheil seinen Lauf, die betreffende Krankenschwester wurde zu einem Notfall gerufen und verließ die Station, eineinhalb Stunden lang. In dieser Zeit verließ Spalding erneut ihr Bett. Als die Krankenschwester zurückkam war ihre Patientin bereits spurlos verschwunden. Das Klinikpersonal suchte auch sogleich nach der Frau, doch ohne Erfolg. Einen Tag später stieß auch die Polizei hinzu, 4 Beamte durchsuchten das Krankenhaus. Auf die Nachfrage, warum denn niemand auf die Idee kam in einem der zehn Treppenhäuser nachzusehen, erklärte ein Polizist, er wäre dazu angewiesen worden nur im Treppenhaus nachzusehen wenn „er freie Kapazitäten habe“. Darüber hinaus soll keiner der Polizisten eine genaue Beschreibung der Vermissten gehabt haben. Ein Polizist suchte wohl nach einer „Afro-Amerikanerin“ obwohl die Patientin weiß war.

Patientin wird tot in Treppenhaus aufgefunden

Erst am 8. Oktober wurde die Patientin dann schließlich durch Zufall gefunden, obwohl sich laut dem „San Francisco Chronicle“ vier Tage zuvor bereits ein Krankenpfleger an die Klinikleitung gewandt haben soll, mit der Aussage ihm sei im Treppenhaus eine am Boden liegende Frau aufgefallen. Da er aber zu einem dringenden Notfall gerufen wurde, habe er keine Zeit gehabt, sich um die Frau zu kümmern. Bei einer routinemäßigen Inspektion der Notausgänge wurde die Patientin von der Hausverwaltung in einem abgelegenen Treppenhaus entdeckt. Dieses wird hauptsächlich als Fluchtweg benutzt, und nur das Klinikpersonal hat Zutritt.

Patientin soll verdurstet sein

Laut Gerichtsmediziner soll die Todesursache Leberversagen und schwere Dehydration gewesen sein. Als man sie fand, war sie wohl schon seit mehreren Tagen tot, sie ist grausam verdurstet. Der Chefarzt Todd May erklärte später gegenüber der Presse: „Was in unserer Klinik passiert ist, ist der blanke Horror. […] Dieser Fall erschüttert uns bis ins Mark. Wir sind alle zutiefst schockiert.“ #Gesundheit