Der Blutdruck schnellt in die Höhe, Schweiß bricht auf der Stirn und Händen aus, das Herz klopft wie wild und man befürchtet, an der Angst zu ersticken. Angst vor Tieren, Gegenständen oder bestimmten Alltagssituationen sind völlig menschlich. Die Panik kann Betroffenen allerdings aber auch die Brust zuschnüren und sie im Alltag so einschränken, dass man nicht mehr den Fuß vor die Haustür setzt. Die Heilpraktikerin Angelika Merkel setzt sich mit Phobien auseinander und bietet auch Jugendlichen ihre Expertise an.


Unerschrocken in eine tiefe Schlucht blicken, ohne mit der Wimper zu zucken, eine Spinne über die Hand krabbeln lassen oder sich in einen vollen Aufzug stellen. Das ist für viele Menschen undenkbar und löst sogar schwere Panikattacken aus. Eine, die sich intensiver damit befasst ist Angelika Merkel. Als Heilpraktikerin für Psychotherapie in einer süddeutschen Kleinstadt wird sie oft mit menschlichen Ängsten konfrontiert. Der erfahrenen Expertin zufolge sind Phobien durch bestimmte Objekte oder Situationen verursachte Ängste. Diese entwickeln sich, indem viele unterschiedliche Faktoren zusammen kommen. „Dabei spielet die erbliche Veranlagung des Menschen ebenso eine Rolle wie seine persönliche Entwicklung und aktuelle Umwelteinflüsse. Phobien können auch durch eine wiederholte Erfahrung im Kindes- und Jugendalter, die als bedrohlich erlebt wurden, entstehen“, erklärt die Expertin. Körperlich äußert sich die Phobie dann meistens durch Übelkeit, Erstickungsgefühle, Hitzewallungen, Zittern, Ohnmacht, erhöhte Aufmerksamkeit oder Muskelanspannung. Auch Depressionen, Ess-, Zwangs- oder Persönlichkeitsstörungen, Abhängigkeit von Alkohol, Drogen wie auch Medikamenten können folgen. Betroffenen ist durchaus bewusst, dass ihre Furcht unbegründet und für Außenstehende nicht nachvollziehbar ist, können sich jedoch nicht von ihren Ängsten lösen. Phobien treten allerdings unterschiedlich auf. Betroffene bei der Agoraphobie haben Angst vor öffentlichen Plätzen, geschlossenen Räumen, Menschenmengen oder wollen auf keinen Fall alleine Reisen.“In schweren Fällen können die Betroffenen ihr gewohntes Umfeld kaum allein verlassen und sind an ihr Haus gefesselt“, macht Merkel deutlich. Wesentliche Kennzeichen von Panikstörungen hingegen sind wiederkehrende, unerwartete Angstattacken, welche sich nicht auf spezifische Situationen oder Objekte beschränken. Bei der sozialen Phobie handelt es sich um eine extreme Form der Schüchternheit. Der Betroffene befürchtet durch peinliches Verhalten in Anwesenheit anderer Menschen Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, sich zu blamieren und dadurch negativ bewertet zu werden. Letztlich existieren auch spezifische Phobien, bei der sich die Angst auf ein bestimmtes Objekt oder Tier wie Spinnen, Hunde, aber auch Prüfungen, Zahnärzte oder Wasser bezieht und die Situation dann gemieden wird. Auffallend findet es Merkel außerdem, dass die Betroffenen all dieser Phobien öfter weiblich als männlich sind.

Zu außergewöhnlichen Ängsten zählt die Heilpraktikerin die Ablutophobie, also die Angst zu baden oder Pteronophobie als Angst davor, mit der Feder gekitzelt zu werden. Auch Koumpounophobie, bei der Betroffene eine Phobie gegen Knöpfe entwickeln oder die Alliumphobie als Angst vor Knoblauch zählt Merkel zu eher irregulären Phobien.
Bis jetzt hat die Heilpraktikerin rund zehn jungen Menschen ab 18 Jahren geholfen, ihre Phobien durch Gesprächs- und Verhaltenstherapie, Entspannungsmethoden, Achtsamkeitsübung, die Aufklärung über die Krankheit, Psychotherapie oder auch die Arbeit mit dem inneren Kind in den Griff zu bekommen. Doch auch Jugendliche selbst können ihre Ängste selbst reduzieren, indem sie zum Beispiel ein Angsttagebuch führen, ihr Selbstbewusstsein stärken oder sich mit Sport, Malen, Tanzen, Singen oder Meditieren ablenken. Hier hält sie positives Denken, Aufklärung zu den Phobien sowie das Vertrauen zu den Mitmenschen für sehr wichtig. Junge Betroffene sollten sich dann in Therapie begeben, wenn der Alltag darunter leidet, man normalen Tätigkeiten nicht mehr nachgehen kann und die Angst nicht nur einschränkend, sondern auch quälend wird. #Gesundheit