Für die zukünftige Behandlung von Depressionen dürfte die Entdeckung von kanadischen Forschern wegweisend sein. Neue und bislang unbekannte Therapien könnten vielen depressiven Menschen helfen.

Durch die kanadische Entdeckung könnten Menschen mit Depressionen zukünftig möglicherweise komplett anders behandelt werden als es bislang der Fall ist. Depressionen könnten einer neuen Studie der Universität von Toronto zufolge auch von Entzündungen im Gehirn verursacht werden. Für Depressions-Patienten könnte demnach eine komplett andere Therapieform sinnvoll sein.

Hohe Entzündungswerte im Gehirn

Für die Studie haben die Forscher der Universität von Toronto die Gehirne von 40 Probanden gescannt. Die Probanden waren zur Hälfte gesund und zur Hälfte hatten die Patienten psychische Probleme. Alle depressiven Patienten hatten der Untersuchung zufolge im Gehirn hohe Entzündungswerte.

Normalerweise treten solche Entzündungen bei schweren Erkrankungen auf. Hierzu zählen beispielsweise Krebs oder Autoimmunerkrankungen. Erhöhen sich die Entzündungswerte jedoch zu stark, dann treten auch Symptome einer #Depression auf.

Obwohl ihre Entzündungswerte überdurchschnittlich hoch waren, hatte unter den depressiven Probanden keiner eine physische Erkrankung. Die Folgerung der Forscher: Entzündungen im Gehirn können auch unabhängig von einer physischen Erkrankung entstehen und würden somit das Auftreten von Depressionen erklären.

Neue Therapieformen für Depressive möglich

Laut der kanadischen Forscher handelt es sich bei einer Depression um eine komplexe Krankheit. Jeffrey Meyer, Mitglied des Forschungsteams sagt dazu: "Wir wissen, dass es mehr als eine biologische Veränderung braucht, um jemanden depressiv werden zu lassen. Aber wir gehen nun davon aus, dass Entzündungen im Gehirn eine dieser Veränderungen sind."

Mit herkömmlichen Antidepressiva können Entzündungen dieser Art nicht behandelt werden. Möglicherweise wirkt genau aus diesem Grund bei etwa 10 Prozent der Depressions-Patienten die Einnahme von Antidepressiva nicht. Die Behandlung von Depressionen könnte durch die kanadischen Studienergebnisse nachhaltig verändert und verbessert werden. #Gesundheit