Schieben Sie Unangenehmes gerne auf? Wenn Sie Probleme mit dem zügigen Anpacken der Arbeit haben, aber die lästige Eigenschaft ad acta legen wollen, sind folgende Tipps sicher hilfreich.

Aufschieber schmieden gerne Pläne und weisen ihren Projekten darin sogar die richtige Priorität zu - trotzdem bekommen sie ihre Arbeit einfach nicht geregelt. Sätze wie "Das wird heute eh nicht mehr fertig" oder "Wo soll man da bloß anfangen?" nehmen Aufschieber gerne in den Mund. Ihr Kernproblem: Sie können sich nicht lange auf eine Sache konzentrieren, stattdessen häufen sie Arbeit und scheinbar Interessantes aus allen möglichen Quellen an. Das Ende vom Lied: Berge von Unerledigtem türmen sich auf. Weil Aufschieber keine oder nur schwer Prioritäten setzen können, leiden sie natürlich unter einem latent schlechten Gewissen. Doppelte Krux.

Wie kriegt man das in den Griff?

Wenn Aufschieberitis chronisch wird und man wichtige Aufgaben ständig vertagt, spricht man von "Prokrastination". Weltweit ist fast jeder Fünfte davon betroffen, wenn man es im Sinne einer Krankheit (Was es natürlich nicht ist) formuliert.

Psychologen unterscheiden zwei Aufschieber-Typen:

- Der Erregungsaufschieber reagiert erst auf den allerletzten Drücker und genießt es, unter Hochdruck zu stehen. Gerne behauptet er, nur so wirklich kreativ sein zu können.

- Der Vermeidungsaufschieber leidet unter Versagensangst. So meidet er den Leistungsdruck, den die Aufgabe erzeugt und findet immer wieder neue Ausreden.

Doch es gibt Wege aus dem Dilemma der Erledigungsblockade. Einzige Schwierigkeit: man muss sie umsetzen. Experten raten zu unterschiedlichen Methoden:

1. Sofort, möglichst innerhalb von 72 Stunden beginnen - sonst sinkt die Chance, dass das Projekt jemals umgesetzt wird, auf nahezu null. Denn bei mangelnder Entschlossenheit ist der erste Schritt ist der wichtigste - und der schwerste.

2. Hinterfragen - Warum schieben Sie bestimmte Aufgaben auf? Prokrastination läuft automatisch ab. Ein Schritt zum Ablegen dieses Musters ist, sich sein Verhalten bewusst zu machen (Notizen helfen dabei).

3. Sich selbst weniger Druck machen und Formulierungen wie "Du musst", "Du sollst" ganz aus dem Repertoire streichen. Damit verstärkt man nur den Fluchtreflex.

4. Perfektionismus ablegen. Selbst auferlegter Zwang führt nur dazu, dass man sich in Details verbeißt und das Ganze aus den Augen verliert (Tunnelblick). Menschen arbeiten motivierter, wenn sie die Ziele dahinter erkennen.

5. Das Unangenehmste zuerst! Denn ausgeruht gehen uns ungeliebte Arbeiten viel schneller von der Hand als am Schluss eines stressigen Tages.

6. Eigenlob ist wichtig. Um den inneren Schweinehund zu überwinden, ist Selbstdisziplin unerlässlich. Fast noch wichtiger ist die Belohnung danach. Fehlen positive Rückmeldungen, geben Menschen schneller auf. Umgekehrt wirkt Wertschätzung enorm positiv und Gelobte stecken sich häufig höhere Ziele.

So gestärkt braucht man auch keine Angst mehr vor guten Vorsätzen haben.

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