In Wien passieren pro Tag unzählige Notfälle. Menschen werden krank, haben einen Unfall oder haben psychovegetative Krisen. Gut, dass es die Rettung gibt. In Österreich wählt der Durchschnittsbürger entweder 144, 141 oder 112. Wo liegt da eigentlich der Unterschied?

Hinter 144 steht die Notrufzentrale der Rettung, je nach Bundesland ist diese dem roten Kreuz oder in Wien zum Beispiel der Berufsrettung der MA 70 unterstellt. Wenn man jedoch 112 anruft, um seinen Notfall zu melden, wird die Sache schon komplizierter! Hinter dieser Notrufnummer steckt nämlich, in Österreich, die örtliche Polizeistelle und nicht die Rettung! Wer also krank oder verunfallt ist, sollte sich lieber an 144 wenden.

Und schon kommen wir zum nächsten Problem: Wenn es den Wienern wirklich schlecht geht, wollen sie keine Sanitäter, sondern einen Notarzt. Einen, der ihnen gleich hilft, Medikamente gibt oder sie aus ihrer misslichen Lage befreit und das am besten jetzt und nicht erst in 10 Minuten. Wenn sie dann bei 144 anrufen, werden sie oftmals enttäuscht. Hier fragt fast niemand nach der Geschichte oder nach den eigenen Wünschen, denn die Leitstelle der Rettung hat ein strenges Abfrageschema. Wo ist der Notfallort? Ist die Person ansprechbar? Atmet die Person? Diese Leitstelle ist auf extreme Notfälle wie eine Reanimation oder einen Herzinfarkt vorbereitet. Wenn das Gespräch von der Leitstelle beendet wurde, wird ein Auto entsandt. Welche Mannschaft darauf zu finden ist, entscheidet die Leitstelle und nicht der Anrufer. Ein Notarzt ist aber fast nie dabei! Und das ist auch gut so, denn die meisten Notrufe werden abgesetzt, ohne dass ein Notfall zu melden wäre: Bauchweh seit zwei Tagen, Rückenschmerz seit einer Woche, ein blauer Fleck am Knie. Das ist kein Scherz, sondern der Wiener Durchschnittspatient.


Um das System der Wiener Berufsrettung zu entlasten, wurde 141 ins Leben gerufen. Diese Organisation wird ÄFD - Ärztefunkdienst genannt. Es handelt sich dabei um Hausärzte, die nach 19:00 bis 7:00 auf Wiens Straßen unterwegs sind, auch am Wochenende oder an Feiertagen sind sie für die Wiener Bevölkerung da. Sie können Medikamente verabreichen und Symptome besprechen, über Krankheiten aufklären und im Zweifelsfall die Rettung anfordern. Allerdings handelt es sich hierbei nicht, wie allgemein angenommen um Notärzte, sondern um ganz normale Hausärzte!

Wer also einen Notfall zu melden hat, ruft am besten bei 144 an. Wer nur seinen Schnupfen loswerden will, geht zum Hausarzt, ruft 141 oder sucht die Apotheke auf!

Bild: Ernstl - Selbst fotografiert. Lizenziert unter CC BY-SA 2.5 über Wikimedia Commons. #Gesundheit