Demenz: Ein in den letzten Jahren immer häufiger auftretendes Schreckgespenst. Jeder kann betroffen werden, keiner kann sich davor schützen - meist bemerkt man die Krankheit selbst gar nicht, nur die Außenstehenden.

Demenz kommt schleichend, ist bei Jedem anders und zerstört auf Dauer das eigene Leben und das der Familie, die pflegerisch tätig werden muss. Und nicht nur das - Demente sind äußerst mobil - sind weglaufgefährdet und entwickeln einen 7. Sinn für Momente, in denen niemand aufpasst - schon sind sie verschwunden. Bis man sie dann - hoffentlich - irgendwo wiederfindet. Sie machen unbegreifliche Dinge, gefährden sich und andere und wissen von nichts. Und wenn sie etwas zerstören: Keine Haftpflichtversicherung dieser Welt versichert einen Dementen. Wer bezahlt solche Katastrophen, die täglich passieren können? Wie z.B. Brand, Überschwemmung/Wasserschaden, versehentliches Abfackeln der Möbel und der ganzen Wohnung durch Herdplatten-, Feuerzeug/Kerzen-Missbrauch?

Und dann die zentrale Frage: Wie geht man mit der Würde eines Dementen um, der sich, in den Augen der Öffentlichkeit, würdelos benimmt? Da gibt es eine Menge unausgesprochener und auch unaussprechlicher Fragen. Was ist, wenn so ein Dementer sexuelle Wünsche hat? Wenn er sich irgendeinem Fremden offenbart und seine Wünsche erklärt und auch einfordert.


Und wenn er - weil er früher sehr gerne am FKK-Strand war - sich irgendwo einfach entblößt, wo bleibt dann seine Würde? Verstehen wird das niemand.
In den Pflegeheimen - Bespaßung, Unterhaltung, Gedächtnistraining - so es denn angeboten wird - Feste, Gymnastik etc., schön und gut, aber wo bleiben die körperlichen Bedürfnisse solcher Menschen? Die, über die man nicht spricht, wer hilft da?

Man schafft es ja etliche Jahre, einen Dementen zu pflegen, aber irgendwann kann man einfach nicht mehr, zumal wenn man selbst auch schon alt und nicht gesund ist.
Dann muss so ein armer Mensch ins Heim und die zurückbleibende Familie ist dann - insofern eine entsprechende, personenbezogene Generalvollmacht und Patientenverfügung des Kranken vorhanden ist - zuständig für die Kosten der Heimunterbringung. Ist vorher nichts schriftlich - am besten beim Notar - festgelegt worden, muss ein amtlicher Betreuer bestellt werden - und der hat oftmals (wie in der Sendung 'Report München' am 24. Februar 2015 in der ARD zu vernehmen war) bereits bis zu 100 und mehr zu betreuende Pflegebedürftige, kann sich also nur marginal bis gar nicht kümmern. Ein Pflegeheim - speziell für Demente - kostet in Deutschland zwischen 3.300 und 6.000 Euro im Monat, in exklusiven Lagen sogar noch mehr.
Die Pflegekasse übernimmt davon, seit dem 1. Januar 2015, die anteilige Summe:
Pflegestufe 1 = 1.064 Euro
Pflegestufe 2 = 1.330 Euro
Pflegestufe 3 = 1.612 Euro

Somit hat der Ehepartner monatlich zwischen ca. 2.236 und 4.388 Euro monatlich selbst zu zahlen. Ist er dazu nicht vollständig in der Lage und schaltet daher das Sozialamt zur, wenn auch nur teilweisen Übernahme der Kosten ein, so muss er sein gesamtes Vermögen offenlegen - und zuerst verwerten. Es steht ihm zwar ein Selbstbehalt zu, der ist aber extrem niedrig. Zumeist muss daher das Eigenheim verkauft und das Vermögen zuallererst für den teuren Heimaufenthalt aufgebraucht werden. Sind nur noch Kinder oder Enkelkinder vorhanden - dann ist deren Selbstbehalt sehr viel größer - aber auch sie können für Heimkosten herangezogen werden - und auch sie haben ihr Vermögen lückenlos dem Sozialamt darzulegen!

Es empfiehlt sich also eine Pflege-Zusatz-Versicherung, damit der Ehepartner nicht total verarmt. Je früher, desto besser - denn der Beitrag steigt mit dem Alter des Eintritts des Versicherten. Und er muss bei Einritt vollständig gesund sein - sonst übernimmt ihn die Pflegezusatzversicherung erst gar nicht.

Man sieht also deutlich - so ein Fall an Demenz kann eine Familie an den Rand des Ruins bringen. Ganz abgesehen vom Leid und der Problematik der Pflege, der Beaufsichtigung und des Verlusts. Demenz ist die moderne Geisel der Menschheit. #Gesundheit