Immer mehr Österreicher verzichten auf Impfungen

In Österreich herrscht inzwischen eine wachsende Impfskepsis. Immer mehr zweifeln an der Wirksamkeit der Stoffe oder befürchten schädliche Nebenwirkungen. Wie die österreichische Tageszeitung Der Standard am 15. Januar 2015 berichtete, ergaben Umfragen, dass nur 39 Prozent der Österreicher Impfungen positiv gegenüberstehen, während 57 Prozent eher skeptisch sind und 4 Prozent Impfungen sogar ablehnen.

Impfskepsis führt zur Wiederbelebung beinahe ausgestorbener Krankheiten

"Die Zahlen von Keuchhusten und Masern sind seit 2010 merklich gestiegen. Krankheiten, die es praktisch nicht mehr gab, kommen wieder zurück", sagt Ursula Wiedermann-Schmidt vom Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der Med-Uni Wien in der erwähnten Ausgabe des Standard. Im Januar und Februar 2015 registrierte man 47 Masernfälle in Wien, Niederösterreich und Oberösterreich. Im Gegensatz dazu wurden im ganzen Jahr 2012 nur 35 Masernfälle gemeldet, was die drastische Vermehrung des Virus zeigt.

Österreichischer Impftag als Anlass für bessere Aufklärung

Vor allem anlässlich des Österreichischen Impftages am 17. Januar 2015 wurde die Forderung laut, dass es die wachsende Impfmüdigkeit zu bekämpfen gelte. Wiedermann-Schmidt erläuterte hierzu weiter, dass großteils übertriebene Ängste vor Inhaltsstoffen zu Entscheidungen gegen das Impfen führen. Aus diesem Grund wolle man von nun an verstärkt auf bessere Informationen achten, man müsse für bessere Aufklärung sorgen. Daher wurden am Impftag auch die häufigsten "Impfmythen" thematisiert und im Anschluss versucht, diese aus der Welt zu schaffen.

Apothekerkammer versucht Impfrate zu erhöhen

Eine Möglichkeit gegen die Impfmüdigkeit anzukämpfen, ist die Senkung der Impfkosten. Ebenso kann man über die Apo-App nun auf einen digitalen Impfpass zugreifen, bei der man seine Impfungen und die der eigenen Kinder eintragen kann. Die App ermöglicht die Dokumentation der Impfdaten, ohne private Daten angeben zu müssen.

Impfgegner wettete gegen die Existenz von Masern und verlor 100.000 Euro

Der Standard vom 13. März 2015 berichtet über einen deutschen Biologen aus Baden-Württemberg, der auf seiner Webseite demjenigen 100.000 Euro versprochen hatte, der ihm die Existenz des Masernvirus beweisen könne. Auf diese Forderung antwortete ein Arzt und erbrachte ihm die gewünschten Beweise, woraufhin er auch auf die Auszahlung des versprochenen Betrags bestand. Der Biologe verlor einen Zivilprozess vor dem Landgericht Ravensburg, bei der der Impfgegner die Auszahlung eben jenes Geldbetrags angefochten hatte. Nun wurde auch vor Gericht die Existenz des Masernvirus bewiesen. #Gesundheit

  1. Bild: CFalk/pixelio.de