In Deutschland nehmen die Kommunikationsprobleme zwischen Arzt und Patient deutlich zu. Was ist, wenn der Arzt den Patienten nicht mehr ausreichend vermitteln kann, was ihnen fehlt? Vielen Menschen ergeht es häufiger so, so auch einer Frau aus Essen. Medienberichten zufolge soll sie bei einem Beratungsgespräch über die Wirkung der Narkose den Arzt nahezu gar nicht verstanden haben. In einem Interview gab die Frau folgendes an: "Für ein normales Gespräch reichten seine Deutschkenntnisse. Bei der fachlichen Kommunikation über die Operation kamen mir aber Zweifel, ob ich ihn richtig verstehe und er meine Fragen." Es wird deutlich, dass dieses Problem überwiegend bei ausländischen Ärzten auftritt und sehr schwer zu bewältigen ist, so "die Welt". Doch was würde Deutschland ohne die Ärzte aus dem Ausland machen? Die Kliniken würden wegen Fachkräftemangel am Abgrund stehen. Ausländische Ärzte sind natürlich dazu verpflichtet, an Sprachkursen teilzunehmen, trotzdem ist es schwierig, wenn unterschiedliche Kulturen und Sprachen den Weg kreuzen. Kann man für dieses Problem einen Ausweg finden? Stefanie Merse, Ärztin am Universitätsklinikum Essen, bejaht dieses Thema und spricht eine Studie des AOK-Bundesverbandes an. Daraus resultierte, dass jeder vierte Patient seinen Arzt nicht mehr zureichend versteht. Ein sehr schockierendes Ergebnis.

Welche Folgen hat das Kommunikationsproblem?

Medienberichten zufolge kommen die Verständigungsprobleme immer häufiger vor. Stefanie Merse ist der Meinung, dass die ausländischen Ärzte mehr Zeit und Übung bräuchten. Aus diesem Grund setzte sie sich für ein Projekt ein, dass 2014 seinen Anfang genommen hatte. Das fünfjährige Pilotprojekt sollte dazu dienen, die Arzt-Patienten-Kommunikation, selbstverständlich interkulturell betrachtet, zu verbessern. Ein besseres Verständnis solle angestrebt werden, sodass die Kommunikation reibungslos von statten gehen könnte. Dabei sei besonders wichtig, dass das Sprachniveau hoch wäre. "Die Welt" berichtete, dass die Folgen des Kommunikationsproblems lebensbedrohlich sein könnten und es somit notwendig wäre, diese zu beheben. Durch die mangelnde Kommunikation könnte beispielsweise kostbare Zeit verloren gehen oder die Hilfsmöglichkeiten könnten eingeschränkt sein.

Mimik und Gestik sind wichtig

Sind die Schmerzen im Bauch stechend, schwach, bohrend oder vielleicht doch sehr wuchtig? Für einen Patienten ist es meist schwer, die richtigen Worte zu finden, um seine Schmerzen bestmöglich beschreiben zu können. Jedoch machen die verschiedenen Bezeichnungen sehr große Unterschiede. Wie soll ein Arzt dann feststellen, ob der Schmerz mehr stechend, oder mehr bohrend ist? Assistenzärztin Bahar Nokay, welche ursprünglich aus der Türkei kommt, erklärt, wie wichtig Mimik und Gestik sind. Folgendes hat sie aus dem Pilotprojekt mitnehmen können: "Menschen aus der Türkei oder Griechenland schnalzen oft mit der Zunge, statt Nein zu sagen. Für deutsche Patienten hört sich das extrem abwertend an, dabei ist es sogar freundlich gemeint." Patienten könnten dann das Gespräch abbrechen. "Dann fehlen uns entscheidende Informationen." Damit diese Differenzen in das Bewusstsein eindringen können, vertraut Stefanie Merse auf Patienten-Darsteller. Diverse Situationen werden demnach fingiert und mit der Kamera aufgenommen. Anschließend setzen sich alle nochmals mit dieser Situation auseinander und besprechen, was schief gelaufen ist, so "die Welt". Natürlich soll durch das Pilotenprojekt nicht nur die Arzt-Patient-Kommunikation unterstützt werden, sondern auch die Kommunikation zwischen zugewanderten Ärzten untereinander und mit anderen Ärzten. Medienberichten zufolge soll es auch um die schriftliche Dokumentation für die Hausärzte nicht gut stehen. Eine Lösung bestehe möglicherweise darin, zu versuchen, die deutschen Ärzte in Deutschland zu halten. Zudem wäre es nötig, mehr Ärzte auszubilden, da die Nachfrage nach dem Medizin-Studiengang, nach wie vor, sehr hoch ist. Ein weiteres Problem ist, dass beispielsweise den ärmeren Ländern die Ärzte fehlen, obwohl sie sie dringend benötigen würden. #Gesundheit

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