Tagsüber ab und zu einen Hörsaal von Innen sehen und abends bis zum Morgengrauen feiern. Das Klischee vom "faulen Studenten" ist immer noch fest in den Köpfen verankert. Dabei sieht die Realität ganz anders aus. Viele junge Leute kämpfen mit psychischen Krankheiten, keine Spur vom "lustigen Studentenleben". In einem 2012/2013 im Falter erschienenen Artikel kamen betroffene Studenten zu Wort. Sie nannten vor allem Leistungsdruck, Versagensängste und Prüfungsangst als Hauptgründe für ihre Probleme. Wie viele Studierende in Österreich tatsächlich unter ihrem Studium leiden, ist nicht bekannt. Doch klar ist: die Zahl steigt.

Das Studium als schönste Zeit des Lebens?

Laut Franz Oberlehner, dem Leiter der Studienberatungsstelle Wien, fällt das Studium direkt in jenen Lebensabschnitt, in dem die jungen Leute ihre eigene Persönlichkeit ausbilden. Dazu kommen die selbstständige Organisation und die weitaus größeren Lernanforderungen, als in der Schule. Viele inskribieren für ein Studium, ohne zu wissen, ob dieses sie überhaupt wirklich interessiert. Wenn sie sich ein paar Semester später für Kurse anmelden wollen, ist das nicht möglich, weil sie die entsprechenden Anforderungen nicht erfüllen. Zahlreiche Veranstaltungen darf man nur besuchen, wenn man eine vorangegangene positiv absolviert hat. Somit wird jede Prüfung zur Zitterpartie, denn wenn man durchfällt, ist nicht selten die Planung eines kompletten Semesters dahin. Dadurch verschiebt sich alles weiter nach hinten, in die folgenden Semester werden immer mehr Kurse gepackt, die es zu bewältigen gilt. Dazu kommt die häufige soziale Isolation, besonders in den Massenstudien, wo man in jedem Kurs mit neuen Gesichtern konfrontiert wird.

Immer mehr Studenten greifen zu Drogen

Zigaretten, Alkohol und Cannabis liegen dabei ganz weit vorne. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, bei der 1.900 Studenten aus Wien und Innsbruck befragt wurden. Durchgeführt wurde die Umfrage von der Studienautorin Gabriele Fischer und ihrem Team der Wiener Universitätsklinik. Ihr zufolge sind besonders jene im Alter zwischen 18 und 25 Jahren gefährdet, da sie mit Dingen, wie Leistungsdruck und fehlender elterlicher Unterstützung zurechtkommen müssen. 19 Prozent von ihnen konsumieren Cannabis, zehn Prozent tun dies jeden Tag. Neben dem Leistungsdruck des Studiums ist es häufig der Druck von zu Hause, der den Griff zu Drogen fördert. Laut Roland Reithofer von der Wiener Drogenberatungsstelle "Check it" lässt sich ein deutlicher Konsumtrend unter den Schülern und Studenten in Österreich ablesen. Viele suchen aber dennoch keine Hilfe. Denn: wer will schon zugeben, dass er Drogen braucht, um durchs Studium zu kommen? #Gesundheit