Der Frühling hält Einzug in Mitteleuropa. Während die einen angesichts der ersten warmen Tage bloß ihre Sonnenbrillen zücken, müssen sich andere besser ausrüsten: Denn Frühling bedeutet mehr Sonne, aber auch gleichzeitig das Erblühen der Natur. Dass Birke, Erle und Co aber nicht nur Freunde haben, ist kein Geheimnis. Gerade Menschen mit Pollenallergien greifen vermehrt zu Taschentüchern und betrachten das Frühlingserwachen mit gemischten Gefühlen.

Die Prognosen deuten auf eine durchschnittliche Belastung

Heute Vormittag in Wien: Der Österreichische Pollenwarndienst der MedUni Wien zieht gemeinsam mit dem IGAV (Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung) ein erstes Resümee: Die bisherige Pollen-Belastung durch die Frühblüher Erle und Hasel sei ungewöhnlich sanft gewesen. Außerdem sei der Pollen-Höhepunkt der beiden bereits erreicht worden.

Doch die Experten haben nicht nur gute Nachrichten, denn der nächste Baum steht bereits in den Blüh-Startlöchern: "Bleibt das frühlingshafte Wetter stabil, wird die Birke in den nächsten Tagen beginnen, ihre Pollen freizusetzen.", so Katharina Bastl, Mitarbeiterin des Österreichischen Pollenwarndienstes laut APA-Meldung. Trotz der bevorstehenden Birkenpollen beschwichtigt sie aber, denn die Pollenmenge sei durchschnittlich.

Trotzdem versäumt Bastl es nicht, auf unerwartete Szenarien hinzuweisen: Denn es kann auch hier zu einer starken Pollenkonzentration kommen, nämlich dann, wenn die Birke schnell zu blühen beginnt: "Beginnt die Saison sehr plötzlich, wird sie als stärker wahrgenommen. Steigt die Pollenkonzentration langsam an, kann sich der Körper offensichtlich besser auf die Belastung einstellen.", so Bastl weiter.

Was bei Heuschnupfen hilft: Altbewährtes!

Den einfachsten Weg geht, wer die Pollen meidet. AllergikerInnen wissen, dass das leichter gesagt als getan ist, aber hier bieten sich Service-Einrichtungen wie etwa der Pollenwarndienst an: Informiert man sich im Vorhinein, wann und vor allem wo die allergieauslösenden Pflanzen blühen, und mit welcher Belastung zu rechnen ist, lassen sich schlimmere Reaktionen vermeiden. Reinhart Jarisch vom Floridsdorfer Allergiezentrum meint der APA zufolge dazu: "Allergie-Auslösern aus dem Weg gehen und dem Immunsystem klarmachen, dass sie ohnehin harmlos sind."

Um letzteres zu erreichen, gibt es die Möglichkeit einer spezifischen Immuntherapie, kurz SIT genannt. Bei der SIT werden über einige Jahre hinweg die Allergene mittels Tabletten, Tropfen oder Spritzen zugeführt und der Körper an die Allergie-Auslöser gewöhnt. Das Resultat der SIT kann sich sehen lassen: 80 % der behandelten Personen tolerieren am Ende die Allergene und weisen keinerlei allergische Reaktionen mehr auf.

Neu: Die Pollen-App

Die Informationen des Österreichischen Pollenwarndienstes sind nicht nur wissenschaftlich und aktuell, sondern auch kostenlos. Mit der Pollen-App der MedUni Wien wurde die Pollenwarnung mobil. Mehr als 140.000 NutzerInnen tragen dabei ihre Symptome in einem "Pollentagebuch" ein und erhalten daraufhin individuell zugeschnittene Informationen.

Dazu passend streicht Uwe E. Berger, Leiter des Pollenwarndienstes der MedUni Wien, in seinem Kommentar die Verbesserungen der neuesten Version hervor: "Neu in der App sind die detaillierten Blühzeiten und ein Countdown bis zum Saisonstart." (APA) #Gesundheit

Bild: M. Großmann / pixelio.de.