Wer kennt diese Situation nicht? - Wie so oft hat man viel zu viel Essen eingekauft, das nun langsam verdirbt. Oftmals lässt man es gar nicht so weit kommen und entsorgt es, bevor auch nur die kleinste Alterserscheinung sichtbar wird.

Wir haben es ja - Verschwendung in der Wohlstandsgesellschaft

Tatsache ist, dass laut Greenpeace etwa ein Drittel aller #Lebensmittel im Abfall landen, das sind unglaubliche 1,3 Milliarden Tonnen pro Jahr. Damit könnte man doppelt so viele Menschen ernähren, wie momentan auf der Erde leben. Einer Studie der FAO zufolge liegen Europa und Nordamerika dabei ganz weit vorne, dort wirft jeder Haushalt zwischen 95 und 115 Kilogramm Essen pro Jahr weg. Laut Valentin Thurn, der mit seinem Kinofilm "Taste the Waste" für Furore sorgte, könnte man, mit den dort weggeworfenen Lebensmitteln, die Hungernden der Welt dreimal ernähren.

"An der schönen blauen Donau…" ist die Situation auch nicht besser

10 % der noch essbaren Lebensmittel landen in Österreich im Abfall. Das sind bis zu 157.000 Tonnen an angebrochenen, oder nicht einmal geöffneten Waren. Jeder Österreicher wirft pro Jahr circa 19 kg Essen weg, das sind etwa 380 Semmeln pro Person. Am häufigsten fallen Brot, Süß- und Backwaren, Obst, Gemüse, Milchprodukte, Eier sowie Fleisch- und Wurstwaren der Wegwerfwut zum Opfer. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Viele Leute lassen sich vom Mindesthaltbarkeitsdatum abschrecken, andere Gründe sind Fehlkalkulationen beim Einkauf, das Überangebot an Waren oder ein überfüllter Teller.

Let's Dumpster!

Vor allem Jugendliche sagen der Verschwendung den Kampf an und fischen in Nacht- und Nebelaktionen, die noch genießbaren Lebensmittel aus den Containern und verwerten sie. In Österreich und der Schweiz ist das legal, da hier Abfall als "herrenlose Sache" gilt. Das ist allerdings nicht überall in Europa so, wie die Seite dumpstern.de besagt. In Spanien werden Strafen bis zu 750 Euro fällig und auch in Deutschland gilt Dumpstern schlicht und einfach als Diebstahl. Einige Großverteiler denken bereits weiter und spenden übrig gebliebene Lebensmittel an diverse Organisationen. Der Großteil wird jedoch weiterhin zu Tierfutter verarbeitet, in Biogasanlagen kompostiert oder einfach verbrannt.

Wenn man sich dabei vor Augen hält, dass täglich etwa 24.000 Menschen weltweit an Hunger sterben, lässt sich ein fahler Beigeschmack nicht verleugnen.

Bild: Julian. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

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