Die Politik möchte ein neues Gesetz durchsetzen, bis zum Sommer soll in allen Lokalen österreichweit ein Rauchverbot durchgesetzt werden, wie es in den meisten europäischen Ländern bereits der Fall ist - in Irland und Italien seit über zehn Jahren, ohne Volksaufstände.

Hier soll es aber besonders um die große Gruppe der jugendlichen Qualmer gehen, die auch für Gudrun Springer, die soeben einen Artikel dazu im Standard verfasste, am Herzen liegen. Indem sie zum Kampf gegen das Rauchen bei Jugendlichen aufruft und die verschiedenen Meinungen der Politiker darlegt. Die eifrigen Leser haben schnell reagiert, innerhalb einer Stunde haben sich 105 Kommentare gesammelt, in denen die Streitfrage, die den "Aschenbecher Europas" seit Jahren quält.

Verfolgt man tatsächlich die Quelle der OECD-Library, wird deutlich, dass in ganz Europa, während der letzten 20 Jahre, ein deutlicher Rückgang der Rauchquoten zu vermerken ist. Per Definition sollen hierbei angeblich auch Minderjährige berücksichtigt worden sein, doch wie viele davon würden mit 15 tatsächlich zugeben, dass sie rauchen? Die Aktualität und Verlässlichkeit dieser Statistik ist fragwürdig. Die österreichische Einstiegsmöglichkeit zum Rauchen - ab 16 Jahren - ist jedoch unumstritten früh, selbst wenn Wirtschaftsminister Mitterlehner (ÖVP) behauptet, man könne Jugendlichen nicht das Wahlrecht zuerkennen, gleichzeitig aber das Rauchen verbieten.

Das verfrühte Qualmen hat nun jedoch überhaupt keine Verbindung zur Wahlfreiheit, die "Freiheit sich selbst zu vergiften" ist weder ein Zeichen von Reife, noch von Intelligenz, sondern das Suchen nach Individualität, Abgrenzung oder Zugehörigkeit und schlussendlich Gewohnheitssache. Die Initiation zur Zigarette findet oft an Schulhöfen oder vor Schulen statt, hier fällt es schwer das Alter einzeln zu kontrollieren, wenn man ab 16 gesetzlich rauchen darf.

Davon abgesehen, dass sich die große Mehrheit der Jugend keine Gedanken über #Gesundheit, Sport und Ähnliches macht, sondern eher ins Gegenteil, zum selbstgefälligen "Genießen" hintendiert, sollte man genau hier ansetzen und mit Beispielen von jungen sowie alten Betroffenen und Erkrankten das Rauchen propagieren. Schließlich hat man noch sein ganzes Leben Zeit, "cool" zu sein, aber gerade in jungen Jahren stellt das Rauchen eine massive Belastung der noch unausgewachsenen Organe da, ganz abgesehen vom Gestank und dem verpufften Geld. Besonders in "normalen" Zigaretten stecken so viele Parfumstoffe, die zusätzlich zum Nikotin belasten.

Um jedoch den Jugendlichen das Rauchen dauerhaft weniger schmackhaft zu machen, könnte man neue innovative Kampagnen in Zusammenarbeit mit den Teenies und Sozialarbeitern starten, in denen sie für sich selbst Alternativen zum Gruppenzwang erarbeiten können.
Ebenso sollte an Schulen ein Fokus auf gemeinschaftliche sportliche Aktivitäten, wie beispielsweise Teamspiele, zur Stärkung des Selbstbewusstseins mit den Kids erprobt werden.

In erster Linie muss das veraltete Bild, vom Rauchen als Akt der Individualität, Freiheit und Coolness, das in Österreich immer noch weit verbreitet ist, grundlegend aus den Köpfen der Menschen, wie es zum Beispiel in Italien bereits seit Jahren der Fall ist. Der Weg über Verbote, Strafen und hohe Preise ist hierfür sicherlich nicht der beste, aber bestimmt der effizienteste bei trotzigen Jugendlichen. Wie kann es sein, dass hierzulande, wo wir so fortschrittlich jedem neuen Gesundheitstrend, wie Veganismus nacheifern, immer noch eine Rauchwolke unsere Köpfe umgibt.

Ein Umdenken muss eingeleitet werden, Rauchen ist schon längst passé.
#Schule