In einer Zeit, in der „Germany’s next Topmodel“ wissenschaftlich als gesundheitsgefährdend eingestuft wird und französische Modelagenturen hohe Strafen in Kauf nehmen müssen, wenn sie den Mager-Trend öffentlich verherrlichen, erscheint ein Social Media-Trend unter dem Hashtag #stopbodyshaming wie ein hauchzarter aber dennoch deutlicher Hoffnungsschimmer.

Ziel der Aktion, die gerade in allen sozialen Netzwerken die Runde macht: Jeder soll sich in seinem Körper wohlfühlen und aufhören, sich für diesen zu schämen (so die freie Übersetzung von „Stop body shaming“). User aus der ganzen Welt posten auf #Facebook, Twitter und Co. Ganzkörper-Fotos von sich, die die Botschaft „Seht mich an, ich bin nicht perfekt, aber ich bin echt“ suggerieren und verweisen auf den Hashtag #stopbodyshaming. Die Idee ist wirklich gut und auch die Umsetzung trifft in den meisten Fällen den Nerv der Social Media-Community. Der Hashtag #stopbodyshaming offenbart unprofessionell aufgenommene Ganzkörper-Fotos und Detail-Aufnahmen von mehr oder weniger kurvigen jungen Frauen (Männer scheinen sich dieser Aktion noch (?) zu verweigern), die gelegentlich darauf verweisen, dass ihnen das Posten des Bildes sehr viel Überwindung gekostet hat. Lob gibt es in Form von Likes und Favorites. Viele User zollen den mutigen Postern Respekt, andere geben zu, dass sie es sich niemals trauen würden, ihren Körper so freizügig im Internet zu zeigen.

Auch anders herum zeigt #stopbodyshaming Wirkung. Sehr schlanke Mädchen wehren sich unter dem Hashtag gegen die Anschuldigungen, magersüchtig zu sein. Wie viel Ernsthaftigkeit hinter diesen Posts und Tweets steckt, muss wohl jeder selbst entscheiden.

Die Botschaft kommt an

Die Aktion #stopbodyshaming scheint auf jeden Fall zu wirken. Junge Menschen tauschen sich aus, ermutigen sich gegenseitig und beginnen, ihren Körper zu akzeptieren.

Verstärkt wird der neue Trend hin zu mehr Akzeptanz des eigenen Körpers auch durch Aktionen wie #IAmNoAngel des amerikanischen Labels Lane Bryant. Der Wäsche-Hersteller schießt mit seiner provokativen Werbekampagne gegen die superschlanken Engel des Dessous-Konkurrenten Victoria’s Secret. Stars der Kampagne sind mollige Frauen, die selbstbewusst in Unterwäsche posieren und stolz verkünden: I am no Angel – Ich bin kein Engel.

Die Botschaft kommt an und erntet weltweit Lob. Bleibt nur zu hoffen, dass der Trend weg vom Mager-Wahn hin zum gesunden Körperbewusstsein noch lange anhält.

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#Mode #Gesundheit