2007 veröffentlichte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erstmals repräsentative Daten zum Shisha-Rauchen bei Jugendlichen: 14 Prozent der Befragten im Alter von 12 bis 17 Jahren gaben an, im letzten Monat Wasserpfeife geraucht zu haben. Einmal wöchentlich inhalierten vier Prozent. Schon damals unterschätzen die Teenager das Risiko des Lifestyle-Trends.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung beschäftigte sich mehrfach mit der Thematik. Bereits 2009 wiesen die Forscher darauf hin, dass "Wasserpfeifenkonsumenten mit dem Rauch erheblich höhere Mengen an Kohlenmonoxid aufnehmen als Zigarettenraucher". Sie warnten: "Das giftige Gas bindet sich an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin und kann damit den Sauerstofftransport im Körper behindern." Insbesondere Schwangere und Herz-Kreislauferkrankte sollten auf das neue Freizeitlaster verzichten.

Wasserpfeifen sind genauso schädlich wie Zigaretten

Erfreulicherweise rauchen heute deutlich weniger Kinder und Jugendliche als noch vor 15 Jahren. 28 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen rauchten im Jahr 2001. 2014 nur noch zehn Prozent. Das führt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, auf die umfangreichen Tabak­präventions­maßnahmen zurück. Am 16. März 2005 war in Deutschland die Tabakrahmenkonvention in Kraft getreten. Künftig müsse die Politik Regeln im Umgang mit E-Zigaretten und E-Shishas festlegen.

Wasserpfeifen sind genauso schädlich wie Zigaretten, warnt auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Durch die lange Rauchdauer wird sogar mehr Nikotin aufgenommen. Anders als bei den Glimmstängeln wird der Tabak bei niedrigen Temperaturen verschwelt. Dabei entstehen Gifte wie Acetaldehyd, Acrolein oder Benzol. Mit dem Shisha-Rauchen werden Schwermetalle wie Chrom, Nickel, Cobalt und Blei aufgenommen. Diese kann der Körper nicht abbauen. Sie lagern sich in Knochen und Fettgewebe ein.

Viele Sisha-inhalierende Teenager halten sich für Nichtraucher

Seit 1. September 2007 gilt: Wer unter 18 ist, darf in der Öffentlichkeit grundsätzlich nicht rauchen. Jetzt veröffentlichte das Robert Koch-Institut ein online und öffentlich zugängliches Faktenblatt zum Konsum von Wasserpfeifen. In der Kinder- und Jugendgesundheitsstudie KiGGS Welle 1 (2009-2012) mit über 12.000 Teilnehmern war unter anderem der Wasserpfeifenkonsum erfragt worden. 28,9 Prozent der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen gaben an, schon einmal Wasserpfeife geraucht zu haben. Innerhalb des letzten Jahres waren es rund 20 Prozent, innerhalb des letzten Monats zehn Prozent. Jungen rauchten häufiger Shisha als Mädchen.

Allerdings halten sich nach einer aktuellen Studie rund ein Drittel der gele­gentlichen Shisha-Raucher und ein Achtel der regelmä­ßigen Shisha-Raucher für Nichtraucher. Eine fatale Fehleinschätzung! Nikotin macht immer süchtig. Suchtgefahr besteht auch bei Wasserpfeifen. Zudem wurde bei Personen, die regelmä­ßig Wasserpfeife rauchen, ein erhöh­tes Risiko für Lungenkrebs, Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Krankheiten sowie für Beeinträchtigun­gen der Mund- und Zahngesundheit nachgewiesen. #Gesundheit

Bild: Sharif Sharifi / flickr.com [CC BY-ND 2.0]